Kaum klare Trends, abrupte Trendbrüche und von der Politik beeinflusste Börsen.
Die schlechten Nachrichten aus Welt und Wirtschaft schienen 2011 kein Ende zu nehmen. Die ungelöste Schuldenproblematik in Europa erwies sich in der zweiten Jahreshälfte als immer drückender. Gleichzeitig verstärkte sie den Abwärtstrend an den Märkten. In diesem Umfeld können in der Regel Anlagevehikel profitieren, die auch bei fallenden Kursen Gewinne erzielen. Dazu zählen Managed Futures.
von Markus Sievers

Kommentar von Markus Sievers, geschäftsführender Gesellschafter von apano
Das ablaufende Jahr stellte Managed Futures vor besondere Herausforderungen.
Diese konnten rückblickend auf 2011 ihre Fähigkeit, auch bei sinkenden Börsenwerten Gewinne zu erzielen, allerdings nur sehr selten unter Beweis stellen. Dafür gab es so manche Gründe. So fehlten 2011 oftmals klare Trends an den Märkten. Eben diese sind die Voraussetzung für den Erfolg von Managed Futures. Stattdessen gab es immer wieder neue Krisenmeldungen, die zu wiederholten Trendbrüchen und abrupten Trendwechseln führten. Eine brodelnde Gerüchteküche ließ die Unruhe an den Märkten zeitweise sogar noch einmal auf aufflammen. Im Oktober sorgte zum Beispiel der Vorstoß des ehemaligen griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou, eine Volksabstimmung über das Euro-Rettungspaket abzuhalten, an den Börsen für Panikverkäufe. Derart übereilte Reaktionen führten dazu, dass viele Anleger noch einmal Geld verloren. Gleichzeitig waren die Börsen 2011 so unberechenbar wie selten zuvor. Es waren vor allem politische Entscheidungen, die die Kursentwicklung an den Märkten beeinflussten. Dazu zählte die Diskussion um den europäischen Rettungsschirm genauso wie die finanziellen Hilfen für Griechenland. Die Eingriffe seitens der Politik wirkten auf die Märkte wie eine Beruhigungspille und lösten positive Trendwenden aus. Diese erwischten allerdings diejenigen Anlagevehikel kalt, die auf den entsprechenden Märkten „short“ waren. Die Folge: Auf das ganze Jahr gesehen verbuchten Managed Futures zum 30. November 2011 laut BarclayHedge BTOP50 Index ein Minus von 4,2 Prozent.
Kühlen Kopf bewahren
Die Turbulenzen an den Börsen haben 2011 die Investoren besonders stark gebeutelt. Bei den Anlageentscheidungen gilt allerdings nach wie vor: Anleger können durch die Aufteilung des Kapitals auf verschiedene Investments und Anlageklassen das Risiko im Portfolio deutlich reduzieren. Es kommt allerdings darauf an, dieses Risiko richtig zu streuen. Managed Futures sind dabei als mögliche Risikopuffer weiterhin sinnvoll. Das ablaufende Jahr stellte sie zwar vor schwierigen Herausforderungen, durch die weder für Long- als auch für Short-Strategien signifikante Gewinne möglich waren. Dem stehen jedoch vergangene Krisenperioden gegenüber, in denen Managed Futures ihre Stärken ausspielen und Anlegern eine Absicherung im Depot geboten haben. Das Vertrauen der Anleger blieb 2011 vor diesem Hintergrund ungebrochen: Im dritten Quartal kletterte das Volumen der Branche von 267,6 Milliarden US-Dollar Ende 2010 auf aktuell 320,3 Milliarden US-Dollar (Quelle: BarclayHedge per 30.09.2011). Um an den Börsen einen kühlen Kopf zu bewahren, führt auch in Zukunft kein Weg an Managed Futures vorbei. Denn Emotionen, die häufig einem erfolgreichen Handel im Weg stehen, sind bei computerbasierten Trendfolgern ausgeklammert. Hier zählen ausschließlich Logik, Rationalität und Mathematik.
