Meldungen | Versicherungen
22.12.2017

Frist für IDD-Richtlinie wird auf Oktober 2018 verschoben

Die EU-Richtlinie, die den Versicherungsvertrieb in der Union neu regelt, wird um acht Monate später angewandt als geplant. Die Nationalstaaten müssen dennoch bis zum 23. Februar ihre Gesetze anpassen.

Es hat sich bereits seit einigen Monaten abgezeichnet, jetzt hat die Europäische Kommission offiziell eine Verschiebung der Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD auf den 1. Oktober 2018 vorgeschlagen. Das Europäische Parlament und 16 Mitgliedsstaaten hatten sich dafür ausgesprochen, weil viele Versicherungsunternehmen die Umsetzung der neuen Richtlinie nicht rechtzeitig geschafft hätten. Der Europäische Rat und das Parlament müssen der Verschiebung noch zustimmen, was aber sehr wahrscheinlich ist. Für die Mitgliedsstaaten ändert sich der Fahrplan jedenfalls nicht, sie müssen bis zum 23. Februar die nationale Gesetzgebung anpassen. Die bereits im Februar 2016 in Kraft getretene Richtlinie reguliert den Vertrieb von Versicherungsprodukten auch grenzüberschreitend und schreibt u.a. vor, welche Informationen den Kunden durch die Anbieter zur Verfügung gestellt werden müssen. "Die Verschiebung ist notwendig, damit die Unternehmen ausreichend Zeit für die Umsetzung der Vorschriften haben. Es freut mich besonders, dass die Europäische Kommission dies noch vor Weihnachten veröffentlicht hat", sagt Hannes Dolzer, Fachverbandsobmann der Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer. Dass die gesetzliche Umsetzung in Österreich bis zum 23. Februar gelingt, sei aber "nicht wahrscheinlich".