90% der Österreicher wollen derzeit keine Wertpapiere kaufen
Eine Studie im Auftrag der Erste Bank sieht vor allem die wahrgenommene Unsicherheit und wenig Wissen über Wertpapiere als Gründe.
Die Österreicher galten schon immer als wenig börsebegeistert, erst recht nach den jüngsten Anlegerskandalen sank das Vertrauen in die riskanteren Alternativen zum Sparbuch. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Erste Bank wurde nun abgefragt, wie es konkret um die Investment-Präferenzen hierzulande steht. Jeder 10. österreichische Anleger signalisiert demnach hohe bis mittlere Bereitschaft in den nächsten 12 Monaten Wertpapiere zu kaufen. Der Rest lehnt den Kauf von Wertpapieren in nächster Zeit ab. Die Gründe dafür sind im Wesentlichen die Unsicherheiten durch die Finanzkrise (84%) und zu wenig Informationen über Wertpapiere (80%). "Da liegt offensichtlich noch ein ganzes Stück Informationsarbeit vor uns", schließt daraus Thomas Schaufler, Wertpapierexperte der Erste Group.
Wenig überraschend: Wenn es um Geldanlage geht, sind die Österreicher traditionell eher konservativ. Herr und Frau Österreicher sehen als die drei risikoreichsten Anlageformen Aktien (77%), Fonds (53%) und Anleihen (44%). Sparbuch und Bausparvertrag werden als die sichersten Geldanlageformen wahrgenommen; nur je 5% sehen hier ein hohes Risiko. Dem Gegenüber steht der Wunsch, die Ersparnisse zumindest gegen die Inflation zu schützen. Laut der Umfrage erwarten die Österreicher bei Gold und Immobilien (62%) die höchsten Renditen. Bemerkenswert ist, dass Wertpapiere (11%) bei der Gewinnerwartung mit Versicherungen (12%) und Sparprodukten (10%) fast gleich auf im Mittelfeld liegen. Das höhere Risiko bei Wertpapieren wird nicht mehr mit den höheren Renditen verknüpft. Der Trend zu Sachwerten ist schon seit einiger Zeit bemerkbar, sagt Schaufler: "Gold dient allerdings höchstens als Beimischung in der Höhe von 5-10% des Gesamtvermögens. Auch bei Immobilien ist angesichts der mittlerweile teils überzogenen Anschaffungskosten Vorsicht geboten."
Was tun mit 50.000 Euro?
Würde man 50.000 Euro erben, würden die Österreicher laut der Umfrage Folgendes damit anfangen: 43% des Geldes würden sie in Gold und Immobilien stecken, 24% kommen auf Sparbuch und Bausparer, 18% in Versicherungen. 5.000 Euro würde man auch in Wertpapiere veranlagen. „Hier empfiehlt es sich auf jeden Fall, die Streuung deutlich zu erhöhen“, rät der Erste-Bank-Experte. "Wir gehen davon aus, dass die Zinsen auf die nächsten Jahre eher niedrig bleiben werden. Mit anderen Worten: Wenn man nicht mit negativen Realzinsen leben möchte, ist jetzt der richtige Zeitpunkt sich über die Aufteilung seiner Ersparnisse Gedanken zu machen."
