Asiens Bevölkerungswachstum als Chance für Anleger?
Indien wird bis 2020 das bevölkerungsreichste Land der Welt sein und hat eine wachsende Mittelschicht, besagt eine Studie von Allianz Global Investors.

Martin Bruckner, Vorstand Allianz Investmentbank
Allianz Gruppe
Wann genau die Menschheit die 7-Milliarde-Grenze erreicht, ist unter Fachleute derzeit umstritten. Man darf aber davon ausgehen, dass das globale Bevölkerungswachstum weitergehen wird und das Asien hier auch in den nächsten Jahrzehnten den größten Beitrag leisten wird. Auch als Wirtschaftsfaktor rückt die Demografie in den Fokus und Investmentfonds, die den thematischen Zusatz „Demographic“ führen, gehören zum Repertoire der großen globalen Anbieter. "Als internationaler Finanzdienstleister beobachten wir den demographischen Wandel sehr genau, denn er hat einen fundamentalen Einfluss auf die zukünftige Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklung - und damit auch auf die Chancen bei der Veranlagung", erklärt etwa Martin Bruckner, Vorstand der Allianz Investmentbank AG und CIO der Allianz Gruppe in Österreich. Getragen durch den demographischen Wandel, werde die „Vermögensmittelschicht“ allein in China und Indien bis 2030 auf 400 Millionen Menschen zu, die sich an westlichen Konsummustern orientieren, so eine Studie, die Allianz Global Investors zum Thema erstellt hat.
Wirtschaftliches Gravitationszentrum verschiebt sich
Während das Pro-Kopf-Einkommen der G-7-Staaten in den letzten zehn Jahren um 37% gestiegen ist, hat sich jenes in Asien etwa verdoppelt. In den kommenden 20 Jahren werde eine neue Mittelschicht in Asien entstehen: Bis 2030 werden China und Indien rund 44% der globalen Mittelschicht stellen. Nach Schätzungen der Allianz soll China bis 2020 zur größten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen und damit die USA hinter sich lassen. Demzufolge sei Asien nicht nur Werkbank der Zukunft, sondern auch der Kontinent der Ideen. Bereits heute zählen asiatische Unternehmen zu den Marktführern in der Elektrotechnik, Halbleitertechnologie und im Schiffsbau. "Die langfristigen Wachstumsaussichten in Asien sind sehr gut: Mit 60% der Weltbevölkerung erwirtschaften die Asiaten bereits rund 34% der globalen Wertschöpfung - bis 2050 wird der Anteil vermutlich auf 50% anwachsen", so Bruckner.
