Meldungen | Aktien
31.01.2011

AXA Investment Managers erwarten 15% bei deutschen Aktien

Die Spreads bei den Unternehmensanleihen könnten in Europa zurückgehen, die Zinsen der deutschen Bundesanleihe hingegen steigen 

Franz Wenzel, Investmentstratege AXA IM

Franz Wenzel, Investmentstratege AXA IM

Eine weltweit umfassende Erholung der Konjunktur und die extrem expansive Geldpolitik liefern in diesem Jahr günstige Bedingungen für Aktieninvestments. Diese Prognose stellte Franz Wenzel, Investmentstratege bei AXA Investment Managers, in einem Pressegespräch in Frankfurt am Main auf. Deutsche Aktien könnten durchaus auf Jahressicht 15% zulegen. Renten- und Geldmarktanlagen hingegen werden unter dem höheren Wachstum leiden. 2011 bestimmen vor allem zwei Faktoren die Märkte, meint Menzel: "Die Schuldenkrise in Europa wird in 2011 unser Dilemma bleiben. Deshalb: Aktien ja, aber mit Sicherheitsgurt". Zum anderen wird der Zeitpunkt des konjunkturbedingten Anstiegs der Langfristrenditen die Märkte bestimmen. "Kurzfristig dürften die Anleihekäufe der US-Notenbank und die außerordentlich niedrigen Kurzfristzinsen noch einen massiven Anstieg der Langfristrenditen verhindern. Im Laufe des Jahres werden die erwarteten Änderungen der Geldpolitik aber wohl größere Auswirkungen auf die Kurse haben", erwartet Wenzel. Er hält es für durchaus wahrscheinlich, dass die Renditen von US-Staatsanleihen auf 4% oder darüber hinaus steigen.
Dem können sich nach Auffassung von AXA Investment Managers die Renditen im Euroraum nicht entziehen. So werden zwar erneute Sorgen um die Banken der Peripherieländer für sehr niedrige Geldmarktsätze sorgen und die anhaltenden Risiken der Peripherieländer deren Risikoprämien in die Höhe treiben. "Andererseits glauben wir aber auch, dass die Krise 2011 ihr Gesicht verändern wird, zumindest dann, wenn die Regierungen der EU und die EZB zur Rettung des bedrohten Euro beitragen, womit wir rechnen", schildert Franz Wenzel ein Szenario. In diesem Fall würden sich die Spreads gegenüber Bundesanleihen verengen und die Renditen der deutschen Staatsanleihen steigen, weil sie dann weniger als bisher als sicherer Hafen gelten. Der Investmentstratege rechnet damit, dass die Renditen der Bundesanleihen auf 3,5% steigen. 
 
Ausfallraten bei Unternehmensanleihen bleiben weiterhin niedrig 
 
Unternehmensanleihen werden mit großer Wahrscheinlichkeit die gute Performance des zurückliegenden Jahres nicht wiederholen. Allerdings bleiben die Ausfallraten wegen soliderer Bilanzen und guter Gewinnaussichten weiterhin niedrig. Ein weiterer Rückgang der Spreads sei daher, so Wenzel, sowohl in den USA als auch im Euroraum zu erwarten.
Für Aktien habe sich das internationale Umfeld bereits seit mehr als zwei Monaten verbessert. Im laufenden Jahr werden die Gewinne, vor allem aufgrund wachsender Umsätze, weiter steigen. Auch bei den Bewertungen, dem zweiten wichtigen Faktor zur Einschätzung der Aktienkursentwicklung, gibt AXA "grünes Licht". Sie waren bereits im vergangenen Jahr kein Problem und stellen gegenwärtig einen positiven Faktor für den Aktienmarkt dar. "Aus unserer Sicht ist zudem die Zinsstrukturkurve ein wichtiger Wachstumsindikator. Sie signalisiert ein positives Aktienumfeld, was letztlich auch zu höheren Bewertungen führen wird", erklärt der Investmentstratege. Derzeit reagieren die Aktienmärkte vor allem auf die aktuellen Konjunkturdaten, Langfristerwartungen spielen eine untergeordnete Rolle.