Meldungen | Marktkommentar
12.06.2017

"Best in Class" statt Herdentrieb

Fondsmanager Thomas Kirchmair von Swisscanto Invest über aktives Management bei globalen Anleihen und wie man den Fehlallokationen am Markt entkommt.

Thomas Kirchmair, Swisscanto Invest

Thomas Kirchmair, Swisscanto Invest

Foto: Zürcher Kantonalbank

Unsere Strategie ist auf ein sehr aktives Management ausgerichtet, wir verfolgen kein Benchmark-Konzept. Wir wählen die Emittenten nach dem „Best in Class“-Prinzip aus. Passt das Rendite-Risiko-Profil, kommt die Anlage in das Portfolio. Titel, die zu teuer sind, fallen hinaus“, gibt Kirchmair Einblicke in das Fondsmanagement. Der Swisscanto (LU) Bond Fund Global Credit Opportunities investiert in erster Linie in Wertpapiere von Schuldnern aus entwickelten Staaten sowie aus Schwellenländern, wobei die Anlagen in den Emerging Markets in etwa 60 Prozent ausmachen. Das Anlageuniversum beinhaltet Staatsanleihen genauso wie Unternehmensanleihen, globale High Yield-Anleihen werden ebenso forciert wie die Anlage in lokale Märkte.

Anlegerfallen umschiffen

Im Gegensatz zu passiven Anlagestrategien kommt dem Fondsmanagement bei diesem globalen Anleihenfonds sehr große Bedeutung zu. Das Team analysiert laufend sämtliche Marktsegmente, Anlagethemen, Währungen und Märkte und trifft dementsprechende Anlageentscheidungen für die Investoren. Wir sind in keinster Weise gezwungen, der Herde zu folgen. Wenn wir beispielsweise aus politischen Gründen in einem bestimmten Land nicht mehr anlegen wollen, müssen wir das auch nicht tun. Passive Anleger sind auch deshalb im Nachteil, weil diese es nicht vermeiden können, gewisse Fehlallokationen mitzukaufen, die etwa durch die EZB-Politik entstehen. Am Ende zählt immer das Ergebnis, der aktive Manager muss beweisen, dass Investoren mit dem von ihm gemanagten Fonds besser fahren als mit passiven Anlagestrategien.

Auch Industriestaaten gibt es nicht risikofrei

Während den Emerging Markets bei der Geldanlage gemeinhin ein hohes Risiko attestiert wird, machen wir darauf aufmerksam, dass es auch bei den vermeintlich sicheren Industriestaaten ein gewisses Risikopotenzial gibt. Populismus oder strukturelle Probleme, wie sie etwa in den vergangen Jahren in Südeuropa zu Tage traten, können auch für in Europa investierte Anleger unangenehme Folgen haben. Hier kann es besser sein, in die richtigen Schwellenländer-Unternehmen zu investieren, weil sie viel weniger von diesen Entwicklungen betroffen sind als zum Beispiel südeuropäische Banken. Und auch die Tatsache, dass Trump nach anfänglicher Anleger-Euphorie nun offenbar doch länger braucht, um seine Ideen in die Praxis umzusetzen, verleiht den Emerging Markets neue Attraktivität bei Investoren.

Perlen rund um den Globus

Chancen für Investoren suchen wir gemäß der Ausrichtung des Anleihenfonds weltweit. Der globale Anleihenfonds deckt beispielsweise lokale Märkte in Indien ab, zum Portfolio zählen aber auch Schuldverschreibungen eines Infrastrukturunternehmens aus Buenos Aires sowie Anleihen argentinischer Provinzen. In Afrika investiert der Fonds unter anderem in den Ländern Ghana und Südafrika, hält aber auch Staatsanleihen von Sambia, die stark vom Kupferpreis abhängig sind.