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05.05.2022

Betriebliche Vorsorge: Die Zustimmung steigt

Die neue Trend-Studie des Valida Vorsorge Managements zeigt: Mehr als zwei Drittel der Befragten sind für eine verpflichtende betriebliche Vorsorge.

Martin Sardelic, Valida

Martin Sardelic, Valida

Valida

Valida Vorsorge Management präsentierte die von ihr beauftragte und vom Marktforschungsinstitut Spectra durchgeführte Trend-Studie zur betrieblichen Pensionsvorsorge. Die repräsentative Studie vergleicht Zahlen von 2018, 2020 und 2022. Studienautor Christian Baumann, Partner bei Spectra, resümiert: „Das Thema Betriebliche Vorsorge hat in den vergangenen Jahren an Aufmerksamkeit und Popularität gewonnen. Die Zustimmung zu einer verpflichtenden Pensionskassenlösung für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wie es sie in anderen Ländern bereits gibt, ist auf 68 Prozent gestiegen. Mit 30 Prozent gibt knapp ein Drittel an, dass finanzielle Vorsorge seit der Pandemie für sie noch wichtiger wurde.“

Beim Ausblick auf die künftige Pension zeigen sich Herr und Frau Österreicher nach wie vor skeptisch. Der verfügbare Betrag in der späteren Pension wird von den Arbeitnehmer:innen von heute im Schnitt auf 1.310 Euro geschätzt. 71 Prozent geben an, von ihrer zukünftigen staatlichen Pension nicht gut leben zu können. Frauen sind hier mit 76 Prozent deutlich pessimistischer als Männer (66 Prozent). Die 30- bis 39-jährigen haben die geringsten Erwartungen an ihre künftigen Pensionen. In dieser Altersgruppe rechnen 77 Prozent damit, dass die späteren staatlichen Leistungen nicht ausreichen werden.

Betriebliche Vorsorge wichtig

89 Prozent bezeichnen betriebliche Vorsorge als sehr wichtig oder wichtig. Die Bereitschaft, auch selbst vorzusorgen ist sehr hoch. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller Befragten mit einem Pensionskassenvertrag durch den Arbeitgeber, bezahlt bereits Eigenbeiträge ein, um die spätere Pension zu erhöhen. Acht von zehn Befragten wünschen sich, dass Eigenbeiträge frei von Lohnsteuer- und Sozialversicherungspflicht, direkt vom Bruttolohn in eine Pensionskasse übertragen werden können. Aus Sicht der Pensionskassen besonders erfreulich: 75 Prozent der Arbeitnehmer:innen, für die ein betriebliches Vorsorgemodell abgeschlossen wurde, sind mit diesem zufrieden bis sehr zufrieden.

Martin Sardelic, Vorstandsvorsitzender der Valida Vorsorge Management erläutert: „Die Umfrage zeigt sehr deutlich, wie populär betriebliche Vorsorge ist. Jene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in den Genuss einer Vorsorgelösung durch den Arbeitgeber kommen, wissen dies auch sehr zu schätzen. Für die Einführung einer gesetzlich verpflichtenden betrieblichen Vorsorge gäbe es sogar eine klare Zweidrittelmehrheit.“

Forderung nach Modernisierung von Abfertigung Neu

Das Wissen über die Verwendungsmöglichkeit der Abfertigung Neu ist durchaus hoch. 57 Prozent der Anwartschaftsberechtigten ist bekannt, dass die Abfertigungsansprüche nicht nur per Einmalzahlung sondern auch als monatliche Zusatzpension verwendet werden können. Immerhin ein Viertel plant, die Abfertigung Neu als spätere lebenslange, steuerfreie Zusatzpension zu verwenden. Eine hohe Zustimmung ist auch hinsichtlich der Anpassung des Modells an aktuelle Anforderungen aufgrund der Corona-Krise gegeben. 69 Prozent der Befragten stimmen folgender Forderung zu: „Auszahlungen für Arbeitslose sollten erleichtert werden, wenn es aber nicht zur Arbeitslosigkeit kommt, sollte das Kapital automatisch bis zum Pensionsantritt veranlagt werden.“ Sardelic bekräftigt diese Forderung: „Im Normalfall sollte die Abfertigung Neu in eine Zusatzpension übergehen. Aber in finanziell schwierigen Situationen ist eine frühere Einmal-Auszahlung sehr dienlich. In diesem Punkt wünschen wir uns mehr Entgegenkommen und Verständnis seitens der Politik.“