Meldungen | Rohstoffe
16.04.2012

Caritas fordert Ausstieg aus Spekulationen mit Agrarrohstoffen

Die österreichischen Banken sollen auf Investments in Nahrungsmittel wie Soja, Mais und Weizen verzichten, fordert Caritas-Präsident Franz Küberl. Bestehende Investments sollen transparent gemacht werden.

In den vergangenen Jahren haben Banken und Anleger die Agrarrohstoffe aber auch Land und Boden als neue Investitionsform erkannt. Für NGOs, die in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind, steht dieser Trend schon lange in der Kritik. "Diese Geschäfte sind mitverantwortlich dafür, dass die Preise von Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Reis und Mais seit 2006 ständig angestiegen sind“, sagt etwa Caritas-Präsident Franz Küberl, „Eine Tonne Mais kostet am Weltmarktpreis heute mehr als doppelt so viel wie noch vor 5 Jahren. Die ärmsten Menschen müssen daher 60% bis 80% ihres spärlichen Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben. Bereits eine geringe Steigerung der Preise kann drastische Folgen auf die Ernährungssituation haben und zu einer Frage des Überlebens werden."

Die Caritas fordert daher, dass Finanzspekulationen mit Agrarrohstoffen, die die Preise von Grundnahrungsmitteln in die Höhe treiben und damit den Hunger der kleinbäuerlichen Bevölkerung in Afrika, Asien und Osteuropa verursachen würden, gestoppt werden. Auch die EU müsse hier regulierend eingreifen. "Die Banken und der Finanzsektor müssen in einer globalisierten Welt nicht nur gegenüber ihren Aktionären und Aktionärinnen, sondern auch gegenüber den Ärmsten ihre Verantwortung wahrnehmen und mit dem Ausstieg aus der Nahrungsmittelspekulation ein Zeichen setzen!", so Küberl. Die Caritas fordert daher die Banken auf, als ersten Schritt auf Spekulationen mit Nahrungsmittelrohstoffen wie Soja, Mais und Weizen in ihren Angeboten zu verzichten. Außerdem sollen die Banken in Österreich ihren Kunden Auskunft darüber geben, ob sie Fonds oder andere Veranlagungen anbieten, die in diese Rohstoffe investieren.