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28.01.2021

Defizitbezogene Pensionsrisikofaktoren: signifikanter Einfluss

Covid-19 verstärkt die negativen Auswirkungen auf Pensionsrisiken von Unternehmen, zeigt der jährliche Pensions Monitor des Vermögensverwalters Insight Investment in Zusammenarbeit mit der Frankfurt School of Finance & Management auf.

Wolfgang Murmann, Insight Investment

Wolfgang Murmann, Insight Investment

Insight Investment

Unternehmen, die ein geringes Pensionsrisiko eingehen, können von einer besseren Aktienkurs-Performance, niedrigeren Kapitalkosten und höheren Bewertungen profitieren, selbst in Zeiten von hohem Marktstress. Das zeigt der zweite, jährlich durchgeführte Pension Monitor des Vermögensverwalters Insight Investment in Zusammenarbeit mit der Frankfurt School of Finance & Management. Er analysiert den Einfluss der Pensionsrisiken der DAX 30- und MDAX-Unternehmen auf deren Aktienkursentwicklung und Bewertung.

Die COVID-19-Pandemie ermöglichte in der Neuauflage der Studie zu untersuchen, wie sich Unternehmen mit hohem und niedrigem Pensionsrisiko in Bezug auf Aktienkursentwicklung und Refinanzierungskosten während einer Phase von extremem Marktstress verhielten. Die Ergebnisse zeigen, dass erstens Unternehmen mit geringem Pensionsrisiko von höheren Aktienrenditen und niedrigeren Finanzierungskosten profitieren, dass zweitens defizitbezogene Pensionsrisikofaktoren den höchsten und signifikantesten Einfluss auf die zukünftige Aktienkursentwicklung haben und dass drittens diese Trends von den durch die Pandemie verursachten Marktverwerfungen verstärkt, und nicht umgekehrt wurden.

Der Pension Monitor wurde erneut von Wolfgang Murmann, Head of Solutions Deutschland bei Insight Investment, und Prof. Olaf Stotz von der Frankfurt School geleitet. Murmann kommentiert: "Die wesentlichen Erkenntnisse aus dem Vorjahr wurden in der diesjährigen Studie bestätigt. Es war jedoch auffällig zu beobachten, wie COVID-19 die Ergebnisse verstärkte. In den ersten beiden Monaten des Jahres, vor dem Marktcrash, übertraf die Aktienperformance der Unternehmen mit dem niedrigsten Pensionsrisiko die der Unternehmen mit dem höchsten Pensionsrisiko um 5 Prozent. Zum Zeitpunkt des maximalen Markteinbruchs Mitte März vergrößerte sich dieser Unterschied um mehr als 10 Prozentpunkte. Und während sich die Refinanzierungskosten allgemein erhöhten, stiegen sie bei den Unternehmen, deren Pensionsrisiken als hoch eingeschätzt wurden, noch deutlicher an. Das Management von Pensionsrisiken sollte daher ein wichtiger Faktor für die CFOs sein."

Prof. Olaf Stotz erläutert: "Die meisten Studien zum Pensionsrisiko konzentrieren sich auf Stand-Alone-Kennzahlen und berücksichtigen nicht notwendigerweise die Unternehmensbilanz und die Auswirkungen auf die Aktienkursentwicklung sowie die Refinanzierungskosten. Der Insight Pension Monitor versucht, genau dies zu tun. Wir betrachten die Pensionsrisiken aus drei unterschiedlichen Perspektiven: einer defizitbezogenen Dimension, einer verpflichtungsbezogenen Dimension und einer veränderungsbezogenen Dimension. Die Konsistenz unserer Ergebnisse im Jahresvergleich deutet darauf hin, dass die Trends bei den Pensionsrisiken über Zeit und in unterschiedlichen Marktumgebungen stabil sind."

Die 13 Risikokennzahlen des Pension Monitor können Unternehmen bei der Entwicklung einer eigenen, maßgeschneiderten Pensions-Risiko-Scorecard unterstützen, um Pensionsrisiken vorausschauend zu managen.

Methodik

Der Pension Monitor analysiert die Pensionsrisiken der DAX 30- und MDAX-Unternehmen und quantifiziert deren Einfluss auf Kapitalmarktindikatoren wie Aktienkursentwicklung, Unternehmensbewertung sowie Fremd- und Eigenkapitalrefinanzierungskosten. Das Universum besteht aus insgesamt 90 Firmen. Ähnlich wie beim Pension Monitor 2019 werden die Unternehmen in der Ausgabe des Jahres 2020 zunächst nach dem Gesamtpensionsrisiko eingestuft, wobei ein Durchschnittswert aus 13 Pensionsrisikokennzahlen ermittelt und in zwei Portfolios aufgeteilt wird: Ein „Top"-Portfolio, das die 50 Prozent der Unternehmen mit den geringsten Pensionsrisiken umfasst, und ein „Bottom"-Portfolio der 50 Prozent der Unternehmen mit den höchsten Pensionsrisiken.

Zusätzlich wird ein detaillierterer Klassifizierungsansatz unter Verwendung risikobereinigter Renditen und Quintil-Portfolios angewandt. Das Quintil Q1 umfasst die 20 Prozent der Unternehmen mit dem geringsten Pensionsrisiko und das Quintil Q5 die 20 Prozent der Firmen mit dem höchsten Pensionsrisiko, um Pensionsrisiken isoliert zu bewerten und Trends zu erkennen.