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24.01.2012

Deutliche Kursverluste in den österreichischen Wertpapierportefeuilles

Die Vermögensstatistik der OeNB zum 3. Quartal 2011 zeigt ähnliche Einbrüche wie schon im Herbst 2008. Zertifikate wurden von privaten Anlegern verstärkt abgestoßen.

Deutliche Rückgänge auf den Aktienmärkten bescherten Österreichs Haushalten im dritten Quartal 2011 einen massiven Vermögensverlust. Der Wertverlust der Wertpapierportefeuilles betrug 5,5 Mrd. Euro und fiel damit ähnlich hoch aus wie im dritten Quartal 2008. Der Marktwert von 94 Mrd. Euro Ende September 2011 lag damit auf dem Niveau von Ende März 2010. Das geht aus den Statistiken der Österreichischen Nationalbank hervor.
 

Auch das Interesse der private Anleger an Wertpapieren ging dabei weiter zurück. Trotz einem überproportional hohen Erwerb von inländischen Bankanleihen im ersten Halbjahr blieb der Nettoabsatz mit insgesamt 0,7 Mrd. Euro in den ersten drei Quartalen um mehr als 1 Mrd. Euro unter dem Vergleichswert für 2010. Vor allem die deutlichen Aktienkursrückgänge im dritten Quartal 2011 sowie die anhaltenden Unsicherheiten auf den Anleihemärkten sorgten für einen weiteren Verkauf von Investmentzertifikaten (0,6 Mrd. Euro im dritten Quartal bzw. 1,4 Mrd. Euro in den ersten drei Quartalen), während direkt erworbene Aktien netto nicht verkauft wurden. Allerdings fehlte im Gegensatz zum zweiten Halbjahr 2008 offensichtlich auch der Anreiz, verstärkt in Aktien bei niedrigen Kursen einzusteigen. Die größten bewertungsbedingten Einbrüche waren bei inländischen Aktien und Investmentfonds mit 3,4 Mrd. Euro zu verzeichnen. Zum Vergleich: im dritten Quartal 2008 (mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers) betrugen die buchmäßigen Kursrückgänge 5,8 Mrd. Euro. Zwischen Jänner und September 2011 machten die Kursverluste netto 7,3 Mrd Euro aus.
 

Insgesamt fiel das Geldvermögen der Haushalte auf 466 Mrd. Euro. Die Geldvermögensbildung in Höhe von 1,5 Mrd. Euro war im dritten Quartal 2011 nicht zuletzt aufgrund einer anhaltenden geringeren Sparquote unterdurchschnittlich. Von Jänner bis September 2011 investierten private Haushalte damit insgesamt neu 7,1 Mrd. Euro in Finanzanlagen. Das ist um 0,6 Mrd. Euro mehr als im Vergleichszeitraum 2010.