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02.09.2014

Dialog Leben bekommt neue F├╝hrung

Oliver Brüß wechselt innerhalb des Generali-Konzerns und löst Dialog-CEO Rüdiger R. Buchardi ab, der in den Ruhestand geht. Der Spezialversicherer hat sich mit biometrischen Risiken eine Nische erobert.

Oliver Brüß, Vorstand Dialog Leben

Oliver Brüß, Vorstand Dialog Leben

Foto: Dialog Leben

Bei der Dialog Lebensversicherung steht ein Generationswechsel an der Unternehmensspitze bevor. Ende September 2014 geht Vorstandssprecher Rüdiger R. Burchardi (66) in den Ruhestand und Oliver Brüß (48) tritt seine Nachfolge an. Unverändert bleibt der Zuschnitt des zukünftig von Brüß verantworteten Ressorts mit Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Das Unternehmen mit Sitz in Augsburg ist ein Spezialversicherer für biometrische Risiken, der sowohl in Deutschland wie in Österreich tätig ist. Der Vertrieb wird über rund 15.000 Vertriebspartner abgewickelt, davon 4000 in Österreich. Der Führungswechsel war eigentlich schon 2013 geplant, aber wurde um ein Jahr verschoben, weil Brüß vom Generali-Konzern in den Vorstand der Volksfürsorge AG berufen worden war.

Sein Vorgänger Rüdiger R. Burchardi kann auf fast 45 Jahre in der Versicherungswirtschaft zurückblicken und trat nach verschiedenen Leitungspositionen innerhalb des Generali-Konzerns im Jahr 2003 als Vertriebsvorstand in die Dialog Versicherung ein. Gleich nach Amtsantritt formte er das Unternehmen von einem reinen Ablebensversicherer zu einem Spezialversicherer für biometrische Risiken um. In den elf Jahren seines Wirkens hat sich das Unternehmen zu einem führenden Maklerversicherer in Deutschland und Österreich entwickelt. Die Beitragseinnahmen verdoppelten sich von 123,8 Mio. Euro auf 243,7 Mio. Euro, der Marktanteil in der Ablebensversicherung stieg von 2,3% auf aktuell 8,2%. Die Zukunft der Lebensversicherung hänge in erster Linie von der Zinspolitik ab, sagte Burchardi vor Journalisten bei einem Besuch in Wien. Dabei sparte er nicht mit Kritik: „Wenn ich da zur EZB schaue, wird mir schlecht. Das ist die systematische Enteignung der Bürger. Und es ist keine Veränderung absehbar.“ Die Kapital-Lebensversicherung habe aber auch mit 1,5 Prozent Garantiezins ihre Berechtigung: „Wo hat man schon diesen Ertrag bei vergleichbarem Risiko plus Versicherungsschutz. Das sollte eine Grundversicherung sein.“ Darüber hinaus werde die Berufsunfähigkeit die „absolute Zukunftssparte“ sein.

„Ein gut bestelltes Feld“

Der neue Vorstandsvorsitzende Oliver Brüß begann 1986 seine Karriere in der Versicherungswirtschaft und war seit 2005 für die deutsche Generali-Gruppe, zuletzt auf verschiedenen Vorstandspositionen, tätig. Der gebürtige Düsseldorfer verfügt über langjährige Erfahrungen im Maklervertrieb und ist bereits am 1. August 2014 bei der Dialog als Vorstand eingetreten. „Ich übernehme ein gut bestelltes Feld“, streute Brüß seinem Vorgänger Rosen. „Die Erfolge der Dialog sind eine hervorragende Basis für weiteres geschäftliches Wachstum.“ Besondere Herausforderungen bestünden in den vielen regulatorischen Eingriffen, die vor allem den Maklermarkt träfen und große Anstrengungen der Unternehmen erforderten. Mit ihrer Ausrichtung als biometrischer Spezialversicherer und reiner Maklerversicherer sieht er die Dialog Versicherung für die Zukunft gut gerüstet. „Ich stehe für Ausbau, und nicht für Umbau“, stellte Brüß klar. Dabei betonte er auch die Bedeutung des österreichischen Marktes für die Dialog Versicherung. Denn bei einem Bevölkerungsverhältnis von 1:10 im Vergleich mit Deutschland werden heute rund 40% des Gesamtumsatzes in Österreich erwirtschaftet. „Die Zuwächse des vergangenen Jahres von 9,7 Prozent von rund 70 Mio. Euro auf 76 Mio. Euro im laufenden Beitrag zeigen die Richtung an, wohin wir in den nächsten Jahren wollen. Die außerordentlich positive Entwicklung im ersten Halbjahr 2014 gibt zu großem Optimismus Anlass.“