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25.04.2019

Dividenden bleiben in Europa auf Rekordkurs

Wie eine Allianz-Studie feststellt, waren die Dividendenzahlungen eine Art „Airbag“ für die jüngsten Marktturbulenzen. Auch langfristig seien Dividenden-Titel stabiler.

Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse Allianz Global Investors

Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse Allianz Global Investors

Foto: Allianz Global Investors

Europäische Unternehmen werden heuer eine Rekordsumme von etwa 350 Milliarden Euro an Dividenden an die Aktionäre ausschütten – das sind rund 16 Milliarden Euro bzw. 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr, erwarten die Experten von Allianz Global Investors. Wie eine aktuelle Allianz-Studie zeigt, liegen die Dividendenrenditen in Europa damit weiterhin deutlich über der Rendite von Staatsanleihen. Derzeit ist die Differenz besonders hoch: Während die Dividendenrenditen in der Eurozone bei durchschnittlich 3,25 Prozent liegen, beträgt die Umlaufrendite von Staatsanleihen im Schnitt lediglich 0,37 Prozent. Dividenden-Weltmeister sind momentan russische Unternehmen (5,89 Prozent), gefolgt von portugiesischen (5,36 Prozent) und britischen (4,97 Prozent). Österreichs Unternehmen liegen mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3,73 Prozent im Mittelfeld. Auf den letzten Plätzen des Rankings sind die Philippinen (1,60 Prozent) und Indien (1,34 Prozent) zu finden.

Stabilisierung der Portfolios

„Im Anlegerdepot haben Ausschüttungen eine Airbag-Funktion, die sich angesichts der unsicheren Marktsituation besonders vorteilhaft auswirken kann“, erklärt Studienautor Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors: „Dividenden können das Portfolio stabilisieren, weil sie Kursrückschläge abfedern und planbare Einkommen generieren.“ Laut Allianz erreichten Ausschüttungen von 1973 bis heute einen Anteil von rund 41 Prozent an der Gesamtrendite europäischer Aktien. Damit konnten sie Kursverluste teilweise oder sogar gänzlich kompensieren. Gerade europäische Unternehmen seien im internationalen Vergleich besonders ausschüttungsfreundlich. Doch nicht nur die Dividenden selbst sorgen für mehr Stabilität bei Aktieninvestments. „Dividendenstarke Aktien entwickeln sich deutlich weniger schwankungsintensiv als Aktien von Firmen mit geringeren Dividendenzahlungen. Das zeigen vergleichende Langzeitanalysen sowohl in den USA als auch in Europa ganz deutlich“, so Naumer.