Meldungen | Aktien, Studien & Umfragen
15.03.2018

Dividendenrenditen steigen weiter

Allianz Global Investors hat 33 Märkte weltweit untersucht und demnach setzt sich Neuseeland an die Spitze der Dividendenzahler. Deutschland und Österreich bleiben abgeschlagen im unteren Drittel.

Jörg de Vries-Hippen, Europa-Aktienchef AllianzGI

Jörg de Vries-Hippen, Europa-Aktienchef AllianzGI

Foto: Allianz Global Investors

Europäische Unternehmen werden heuer eine Rekordsumme von 323 Milliarden Euro ausschütten – das sind rund 23 Mrd. Euro bzw. 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr, erwarten die Experten von Allianz Global Investors. Eine aktuelle Untersuchung, welche die Rendite von Dividenden und Unternehmens- und Staatsanleihen in 33 Staaten weltweit untersucht, zeigt, dass die Dividendenrendite in Europa schon seit Jahren mehr als zwei Prozentpunkte über der Rendite von 10-jährigen deutschen Bundesanleihen liegt. Wie ein Blick auf die durchschnittliche Dividendenrendite in den untersuchten Ländern aus dem Jahr 2017 zeigt, waren insbesondere europäische Unternehmen ausschüttungsfreundlich – unter den Top 15 weltweit befinden sich zehn europäische Aktienmärkte. Mit einer Dividendenrendite von 5,11 Prozent liegen neuseeländische Unternehmen an der Spitze, auf Rang 2 folgen russische (4,83 Prozent) und auf Platz 3 portugiesische (4,47 Prozent). Spanische Unternehmen – „Dividendenkaiser“ des Jahres 2016 – rangieren aktuell auf Platz 5 (4,07 Prozent). Im unteren Drittel landen deutsche Unternehmen (2,51 Prozent), so wie auch die Österreicher mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 2,22. Noch weniger gabe es in Japan (1,94 Prozent) den USA (1,89 Prozent), Südkorea (1,44 Prozent) und an der indischen Börse (1,35 Prozent).

Dividenden als Stabilitätsanker

„Auch auf lange Sicht stellen Dividenden eine wichtige Renditequelle dar und wirken auch stabilisierend: Zwischen 1972 und 2017 trugen Dividenden zu rund einem Drittel der Gesamtperformance bei“, betont Hans-Jörg Naumer, Head of Global Capital Markets Analysis and Thematic Research bei AllianzGI. Mit 38,2 Prozent ist der Anteil der Dividendenzahlungen an der annualisierten Gesamtperformance in Europa am höchsten, gefolgt von Nordamerika (31,0 Prozent) und Asien-Pazifik (ohne Japan) mit 28,9 Prozent. Jörg de Vries-Hippen, Aktienchef Europa von AllianzGI und Portfoliomanager des Fonds „Allianz European Equity Dividend“, sieht weiterhin – vor allem europäische – Dividendentitel im derzeitigen Marktumfeld im Vorteil. Der Ausblick für 2018 sei so gut wie lange nicht mehr: „Wir rechnen mit einem Gewinnwachstum von rund 8 Prozent, das allerdings bei einem anhaltend starken Euro auch etwas geringer ausfallen könnte“. Entscheidend sei die individuelle Höhe der Dividende und wie ein Unternehmen die erwarteten Cash Flows in eine nachhaltige Dividendenpolitik übersetzen kann. „Unternehmen, die unseren Qualitätsansprüchen in beiden Dimensionen genügen, finden wir in nahezu allen europäischen Aktienmärkten“, so de Vries-Hippen. Insbesondere Öl-, Telekom- und Versicherungswerte seien aus Dividendenperspektive derzeit attraktiv. Die Konjunktur in Europa laufe rund, und die Gewinne der Unternehmen dürften sich weiter gut entwickeln, was sich positiv auf die Dividendenzahlungen und die Ausschüttungsquoten der Unternehmen auswirken sollte.