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15.03.2017

Europäische Institutionelle sind bei ESG voran

Institutionelle Investoren in Europa sind bei der Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) weiter als ihre US-Mitbewerber, ergab unter anderem die Schroders Global Investor Study.

Carlos Böhles, Schroders Deutschland

Carlos Böhles, Schroders Deutschland

Foto: Schroders

712 institutionellen Anleger auf allen Kontinenten wurden zwischen April und Oktober 2016 für die Studie befragt. In Europa beurteilen bereits 58 Prozent der Anleger von Pensionsfonds ESG-Kriterien als wichtige Entscheidungsgrundlage, während es in den USA mit 21 Prozent deutlich weniger sind. Außerdem sind nur 14 Prozent der europäischen Pensionsfonds-Investoren der Auffassung, ESG-Faktoren seien auch zukünftig kein wichtiges Kriterium, während in den USA ganze 53 Prozent diese Erwartung teilen. Unterschiede zeigen sich auch deutlich in der Allokation: Im Durchschnitt erfüllen 40,3 Prozent aller Anlagen in den Portfolios europäischer Pensionsfonds ESG-Prinzipien. Das ist mehr als doppelt so viel wie in den USA (20,1 Prozent). Weltweit beurteilen institutionelle Investoren langfristiges Wachstum und gute risikoadjustierte Renditen als wichtigste Faktoren bei ihren Anlageentscheidungen, so eine weitere Erkenntnis aus der Studie. Ein Übertreffen der Inflationsrate zählt ebenfalls zu den wichtigsten Zielsetzungen der Investoren.

Haltedauer in Nordamerika am längsten

Zu den unbedeutenden Faktoren gehört dagegen der Aspekt, in vertraute Branchen oder Länder zu investieren. Auch die Liquidität eines Fonds oder eine überdurchschnittliche Wertentwicklung im Vergleich zu Benchmarks und Indizes zählen in den Augen institutioneller Investoren zu den untergeordneten Aspekten. Die durchschnittlich erwartete Anlagedauer unter institutionellen Investoren beträgt 4,7 Jahre. Damit liegt sie nah an dem vielfach empfohlenen Anlagehorizont von fünf Jahren. Bei Pensionsfonds-Anlegern in Nordamerika war die durchschnittliche Haltedauer dabei am längsten, bei Investoren aus der Region Asien-Pazifik dagegen am kürzesten. „Die Studie ist vor dem Hintergrund bedeutender politischer Umwälzungen entstanden, denen wir derzeit gegenüberstehen. Der aufkommende Populismus in Zeiten eines ohnehin starken Eingreifens der Zentralbanken schafft ein Investitionsumfeld, in dem man einen klaren Kopf behalten muss“, sagt Carlos Böhles, Leiter des institutionellen Geschäfts von Schroders in Deutschland. „Investoren jeglicher Couleur stehen unter erheblichem Druck, Renditen in einem Klima geringen Wachstums und erhöhter Unsicherheit zu erwirtschaften. Aus diesem Grund interessieren sich Pensionsfonds-Anleger unserer Erfahrung nach zunehmend für ESG-Aspekte.“