Meldungen | Marktkommentar
12.04.2017

Feilschen um Trumpcare lÀsst US-Gesundheitsmarkt kalt

Bisher ist US-Präsident Donald Trump mit seinem zentralen Wahlversprechen, die Gesundheitsreform Obamacare abzuschaffen, am Widerstand aus den eigenen Reihen gescheitert. Beim Healthcare-Fonds-Ambieter Lacuna geht man davon aus, dass sich Trump nun rasch seinem nächsten großen Projekt, der Unternehmenssteuerreform, zuwendet.

Ingo Grabowsky, Vertriebsdirektor Lacuna

Ingo Grabowsky, Vertriebsdirektor Lacuna

Foto: Lacuna

Eigentlich wollte US-Präsident Donald Trump der bei vielen Republikanern verhassten Gesundheitsreform Affordable Care Act, besser bekannt als Obamacare, möglichst rasch nach seiner Amtseinführung ein Ende bereiten. Doch bisher machten ihm seine Parteikollegen einen Strich durch die Rechnung. Im Kongress findet sich noch keine Mehrheit für die als Trumpcare bezeichneten Pläne des Präsidenten, weil sie einigen seiner Parteikollegen nicht weit genug gehen, anderen wiederum zu radikal erscheinen. Geht es nach Trump, würden immerhin rund 24 Millionen Bürger in den USA ihren Versicherungsschutz verlieren. „Die andere Seite ist, dass trotz Obamacare noch mehr als 25 Millionen Menschen keine Krankenversicherung haben und die Kosten im Gesundheitssystem weiter massiv angestiegen sind. Die Versicherungspflicht ist zudem vielen Amerikanern ein Dorn im Auge“, erklärt Ingo Grabowsky, Österreich-Verantwortlicher von Lacuna. Das Regensburger Unternehmen ist Initiator des Fonds Lacuna – BB Adamant Global Healthcare.

Healthcare-Sektor darf auf Impulse hoffen

Nachdem die Republikaner auch vergangene Woche keinen mehrheitsfähigen Kompromiss erzielen konnten, geht man bei Lacuna davon aus, dass sich Trump nun der Unternehmenssteuerreform widmet. Dieses Vorhaben hätte auch positive Effekte für die amerikanischen Healthcare-Unternehmen und in weiterer Folge natürlich ebenso für Investoren. „Darüber hinaus soll an einer Effizienzsteigerung der in den USA für Arzneimittelzulassungen zuständigen Behörde FDA gearbeitet werden, wovon die US-Biotechs profitieren würden“, zeigt sich Grabowsky zuversichtlich. Alleine die Tatsache, dass die permanenten Diskussionen über die Branche während des Wahlkampfs wegfallen, nimmt Unsicherheit aus dem Markt und werde sich positiv auf die weitere Healthcare-Performance auswirken, so der Lacuna-Experte. Ein aktueller Vergleich mit dem Aktienindex S&P 500 zeigt zudem, dass sämtliche Subsektoren der Branche nach wie vor günstig bewertet sind, was Investoren attraktive Einstiegschancen eröffnet.

Investments in innovative Subsektoren gefragt

Auch wenn das Ringen um die Abschaffung von Obamacare in der Öffentlichkeit sehr präsent ist, halten sich die Auswirkungen der Reformdebatte auf Healthcare-Investoren in überschaubaren Grenzen. Denn unabhängig davon fordern die demografischen Megatrends wie die Überalterung der Gesellschaft und immer mehr übergewichtige Menschen in den USA Innovationen im Gesundheitssystem. „Gerade die Bereiche Biotech und Generika sind hier sehr gefragt und haben großes Potenzial. Für Investoren ist es entscheidend, sich innerhalb der richtigen Subsektoren zu bewegen“, so Grabowsky.