Meldungen | Finanzierung
15.12.2014

Finanzdienstleister beziehen zu Crowdinvesting-Regulierung Position

Dem zuständigen Finanzstaatssekretär Harald Mahrer wurden vom Fachverband Vorschläge für das geplante Crowdfunding-Gesetz übergeben. Bereits 1 Mio. Euro wurden heuer bereits von der „Crowd“ aufgebracht.

Staatssekretär Mahrer und Paul Pöltner (WKO)

Staatssekretär Mahrer und Paul Pöltner (WKO)

Foto: WKO

Eine Gruppe von wesentlichen Stakeholdern – unter Mitwirkung von Paul Pöltner, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Crowdinvesting-Plattformen im Fachverband Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) – hat ein gemeinsam erarbeitetes Positionspapier mit Vorschlägen zur KMU-Finanzierung an den zuständigen Staatssekretär Harald Mahrer übergeben. Das Papier zeigt auf, welche Regelungen aus Sicht der Branche erhalten bzw. welche neu gestaltet werden müssen, damit Innovation in Österreich besser als bisher möglich ist. „Die präsentierten Finanzierungs-Vorschläge sind ein wichtiger Input für ein neues Crowdfunding-Gesetz. Die Erarbeitung des neuen Gesetzes treiben wir mit aller Kraft voran, um für Rechtssicherheit für Unternehmer und Anleger zu sorgen. Schließlich sollen durch eine gesicherte Rechtsgrundlage nachhaltig Arbeitsplätze geschaffen werden können“, so Staatssekretär Harald Mahrer (ÖVP).

Prospektpflicht als Hindernis

Die bisher vorliegenden Wirtschaftsdaten bestätigen diese Ansicht: Im Jahr 2014 werden durch Crowdinvesting mehr als 1 Million Euro Risikokapital aufgebracht. Mit dem Geld wurden neue Projekte realisiert und mehr als 100 Jobs geschaffen oder gesichert. „Ein wesentlicher Teil des investierten Vermögens fließt in Personalkosten. Zusätzlich ist das durch die Crowd aufgebrachte Risikokapital häufig ein erster Schritt zu weiteren Finanzierungen, wie Business Angel Investments, Venture Capital oder Förderungen der Austria Wirtschaftsservice AWS usw.“, erklärt Pöltner den positiven Effekt. Besonders am Herzen liegt dem Branchenvertreter und Geschäftsführer der Plattform Conda das Thema der Prospektpflicht: „Wir wollen die jetzt begonnene Wachstumsphase von mehr als 1 Million Euro aufgebrachtem Risikokapital weiter steigern. Dafür brauchen wir Regeln, die den Unternehmen erlauben, sich am Finanzmarkt zu positionieren, ohne dabei durch die Kosten wieder vertrieben zu werden.“

Wolfgang K. Göltl, Obmann des Fachverbands Finanzdienstleister, steht vollinhaltlich hinter der Initiative und bringt auch das Thema Private-Equity-Fonds aufs Tapet: „Wir brauchen Möglichkeiten für Kleinst- und mittlere Unternehmen, deren Projekte zu finanzieren. Dies führt letztlich zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und stärkt den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig. Für mich besonders wichtig ist dabei auch das Thema Alternative Investmentfonds. Hier muss eine Regelung geschaffen werden, die Privatinvestoren nicht mehr ausschließt.“