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27.01.2020

Finanzielles Wohlbefinden ist in Österreich gering

Laut einer Umfrage der Bawag P.S.K. fühlen sich ältere Paare ohne Kinder im Haushalt finanziell am wohlsten.

David O'Leary, Bawag P.S.K.

David O'Leary, Bawag P.S.K.

Bawag P.S.K.

Zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung haben ein mittleres oder nur geringes finanzielles Wohlbefinden – das belegt eine repräsentative Umfrage von marketmind im Auftrag der BAWAG P.S.K., die im dritten Quartal 2019 durchgeführt worden ist. „Ein Plus am Konto und die Möglichkeit, auf Erspartes zurückgreifen zu können, bilden das Fundament für finanzielles Wohlbefinden bei Herrn und Frau Österreicher – am stärksten negativ hingegen wirkt sich das Gefühl aus, seine Rechnungen nicht bezahlen zu können. Langfristig fürchtet sich jeder zweite davor, den Lebensstandard in der Pension nicht aufrecht erhalten zu können“, kommentierte David O’Leary, Vorstandsmitglied der BAWAG Group und Ressortverantwortlicher für das Retail- und SME-Geschäft in Österreich, die Ergebnisse der Umfrage.

Ältere Paare ohne Kinder im Haushalt als „Wohlfühlkaiser“

Wirft man einen Blick auf die Umfrageergebnisse nach soziodemographischen Merkmalen, so zeigt sich, dass ältere Paare ohne Kinder im Haushalt zu 50 Prozent ein sehr hohes finanzielles Wohlbefinden aufweisen, während dies nur auf etwa jeden vierten älteren Single (24 Prozent) zutrifft. Bei der Frage, welche Faktoren finanzielles Wohlbefinden begünstigen, liegt bei 87 Prozent der Befragten das Gefühl, die Ausgaben zu kennen und steuern zu können vorne, knapp gefolgt von einem positiven Kontostand am Ende des Monats (vor Eintreffen des Gehalts), sowie auf Erspartes zurückgreifen zu können. Nur 57 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Konto am Monatsende meistens im Plus ist. Umgekehrt verursacht vor allem das Gefühl, Rechnungen nicht bezahlen zu können, das stärkste Bauchweh (74 Prozent), knapp zwei Drittel fühlen sich unwohl bei dem Gedanken, sich vom Partner oder von der Familie finanzielle Unterstützung holen zu müssen.

Sorgen über mangelnde Leistbarkeit von Pflege und niedrigerer Lebensstandard in der Pension

Bei der Einschätzung des Zufriedenheitsgrades mit dem Einkommen zeigt sich, dass Männer (46 Prozent) mit ihrem persönlichen Nettoeinkommen zufriedener als Frauen sind – mit zunehmendem Bildungsgrad steigt ebenfalls die Zufriedenheit. Ein Blick auf die größten Sorgen in Bezug auf die finanzielle Situation in der Zukunft zeigt, dass mehr als die Hälfte der Befragten fürchten, sich einen potenziellen Pflegebedarf nicht leisten, oder in der Pension den Lebensstandard nicht beibehalten zu können. Diese Werte sind quer über alle alters- und geschlechtsspezifischen Merkmale ähnlich. Hohes finanzielles Wohlbefinden hängt mit dem Gefühl einer finanziell abgesicherten Zukunft zusammen: Besonders gut abgesichert fühlen sich demzufolge ältere Paare ohne Kinder im Haushalt (57 Prozent), bei Singles ist dieser Prozentsatz mit 38 Prozent geringer.

Die BAWAG P.S.K.-Umfrage wurde von marketmind im dritten Quartal 2019 unter 1.063 Befragten, repräsentativ für Österreich (zwischen 18-65 Jahren, nach Alter, Geschlecht, Bildung und Bundesland), auf Basis von Online- und Telefonbefragungen durchgeführt.