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05.05.2022

Haben die Gewinnmargen ihren Höhepunkt erreicht?

Saira Malik, CIO bei Nuveen, mahnt vor den Folgen der anhaltenden Lieferengpässen aus China und aggressiven Zinserhöhungen in den USA.

Saira Mailik, Nuveen

Saira Mailik, Nuveen

Nuveen

Die Berichtssaison der S&P 500-Unternehmen lief gut an, bis Kommentare der US-Notenbank in der vergangenen Woche aggressivere Zinserhöhungen signalisierten und das Bild eintrübten, konstatiert Saira Malik, CIO bei Nuveen.

Die Ausweitung der Margen durch Unternehmen, die von ihrer Preissetzungsmacht profitieren, um ihre Gewinnspanne in einem inflationären Umfeld zu schützen, könnte ihren Höhepunkt erreicht haben. Die Guidance der Unternehmen kann hier Aufschluss geben. Analysten scheinen in ihren Erwartungen für das Gesamtjahr von einem starken Jahresendspurt auszugehen, um den relativ schwachen Beginn auszugleichen. Abwärtskorrekturen könnten hier ein Problem werden, sollten die Lieferketten durch die Entwicklungen in China unter Druck bleiben oder die US-Notenbankpolitik die Nachfrage zu stark einschränken.

Nuveen sieht in der Inflation zwar viele Herausforderungen, aber auch viele Chancen: Höhere Energie- und Arbeitskosten könnten Unternehmen schaden, denen es an Preissetzungsmacht mangelt. Gleichzeitig könnten inflationsanfällige Sektoren wie Energie und Werkstoffe profitieren, da sich deren Erträge zum Teil aufgrund steigender Preise erhöhen. Ausgewählte wachstumsorientierte Unternehmen in Marktbereichen, die stärkere Bewertungskorrekturen nach unten hinnehmen mussten, erscheinen aktuell am interessantesten.

Der Ausverkauf im Technologiesektor hat den Tisch für Stockpicker gedeckt. Vor allem bei qualitativ hochwertigen Wachstumsunternehmen mit attraktiven Free-Cashflow-Renditen ist für den Rest des Jahres mit positiven Gewinnüberraschungen zu rechnen.