Meldungen | Anlegerschutz, Recht
25.11.2015

Immofinanz macht Vergleichsangebot für 420 Anlegerverfahren

Die von den Anwälten Michael Poduschka, Benedikt Wallner und Andreas Köb vertretenen Immofinanz-Anleger würden rund ein Viertel der eingeklagten Summe erhalten.

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Für die Immofinanz-Anleger, die nach der Finanzkrise große Kursverluste hinnehmen mussten und den Immobilien-Konzern geklagt hatten, ist ein Ende des Verfahrens in Sicht. Die Immofinanz hat mit sich den Rechtsanwaltskanzleien Poduschka, Benedikt Wallner sowie Köb/Reich-Rohrwig auf ein Vergleichsangebot für offene Anlegerverfahren geeinigt, die ihren Ursprung vor dem Jahr 2009 haben. Dieses umfasst rund 1.230 Anleger. Die ursprünglich geltend gemachten Ansprüche belaufen sich auf rund 39 Mio. Euro. Für den Vergleich werden knapp 11 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. „Nach der außergerichtlichen Lösung mit dem Prozessfinanzierer Advofin für mehr als 3.000 Anleger ist dies ein weiterer wichtiger Schritt, um mit der Vergangenheit abzuschließen und Rechtssicherheit zu schaffen. Dabei war uns besonders wichtig, alle Kläger gleich zu behandeln“, erklärt Stefan Frömmel, Vorstand der Aviso Zeta AG, der Nachfolgerin der Constantia Privatbank. „Verfahren, die noch mehrere Jahre dauern können, helfen keinem der Beteiligten und sorgen für weitere Kosten.“ Die von den drei Kanzleien vertretenen Anleger werden in den kommenden Wochen ein entsprechendes Angebot erhalten.

Auch die Anwälte sehen das Ergebnis positiv: „Das nun vorliegende Angebot ebnet den Weg für eine faire Lösung – daher stehen wir hinter dem Verhandlungsergebnis“, sagt Rechtsanwalt Michael Poduschka. Rechtsanwalt Andreas Köb rät den Mandanten zur Annahme: „Alle Beteiligten waren an fairen Verhandlungen interessiert und haben einen guten Kompromiss gefunden, der vor allem eines sicherstellt: Unerfahrene Anleger müssen nicht weitere viele Jahre Prozesse führen und bekommen eine faire Quote“. Insgesamt sind derzeit beim Handelsgericht Wien sowie beim Bezirksgericht für Handelssachen Wien mehr als 500 Anlegerverfahren (teils Sammelklagen) gegen die Immofinanz sowie die ehemalige Immoeast AG (jetzt IMBEA) oder die Aviso Zeta anhängig. Durch die mit Advofin erzielte außergerichtliche Lösung sowie durch die nunmehr bekanntgegebenen Vergleiche können bis zu 95% der offenen Verfahren beendet werden. Man strebe auch bei den noch verbliebenen Verfahren eine Vergleichslösung an, heißt es von der Immofinanz.