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14.12.2015

Institutionelle sind f├╝r 2016 zuversichtlich bei alternativen Investments

Laut einer Umfrage von Natixis Global AM werden Wertschwankungen am Markt als größte Gefahr für die Performance im kommenden Jahr angesehen. Großinvestoren werden die Laufzeit ihrer Anleihen verkürzen, sobald die Zinsen steigen.

John Hailer, CEO von Natixis Global AM in Amerika und Asien

John Hailer, CEO von Natixis Global AM in Amerika und Asien

Foto: Natixis

Eine von Natixis Global Asset Management veröffentlichte globale Umfrage zeigt, dass institutionelle Investoren im Jahre 2016 eine sehr gute Entwicklung von Aktien erwarten. Der Studie zufolge rechnen die Anleger weltweit mit politischen Belastungen, die Wertschwankungen auslösen dürften. Auch ein sich veränderndes Zinsumfeld könnte dies zur Folge haben. Deshalb streben die Investoren eine breitere Diversifikation an und lenken einen größeren Teil ihrer Portfolios in alternative Anlagen. Natixis hat weltweit 660 institutionelle Investoren nach ihren Einschätzungen für das kommende Jahr sowie ihren Plänen für die Asset Allocation gefragt.

In Aktien werden große Hoffnungen gesetzt

Die institutionellen Investoren gehen davon aus, dass sich Aktien im nächsten Jahr besser als jede andere Anlagekategorie entwickeln werden. Dabei dürften sich die globalen Aktienmärkte besser entwickeln als US- und Schwellenländeraktien. Im kommenden Jahr werden die meisten institutionellen Investoren außerdem ihre Positionen in nicht-korrelierten Anlagen beibehalten oder sogar aufstocken. In diesem Zusammenhang werden 50% ihre Private Equity-Engagements erhöhen, während 45% verstärkt auf Private Debt-Investments setzen werden. Parallel dazu werden 41% ihre Allokationen in Hedgefonds aufstocken und 34% in Hard Assets wie etwa Immobilien zukaufen. Über die Hälfte der Befragten (56%) geht davon aus, dass sich ihre Positionen in alternativen Anlagen 2016 besser entwickeln werden als in diesem Jahr.

Weniger Anleiheninvestments

Im Durchschnitt halten institutionelle Investoren derzeit 28% ihrer Portfolios in festverzinslichen Wertpapieren. Für das nächste Jahr planen 42% der Institutionellen ihre Investments in Anleihen zu reduzieren. Damit geht die Gewichtung in dieser Anlageklasse so stark zurück wie in keiner anderen. Nur 16% der institutionellen Investoren beabsichtigen eine Anhebung ihrer Anleiheallokationen. Über die Hälfte (54%) der Institutionellen rechnet damit, dass vor allem das politische Umfeld weltweit im nächsten Jahr für Wertschwankungen an den Märkten sorgen wird. Als weitere Risiken für die Märkte nennen die Investoren konjunkturelle Schwierigkeiten in China (49%), weltweit unterschiedliche geldmarktpolitische Ansätze (47%) sowie Veränderungen des Zinsniveaus (46%). Nach Einschätzung der institutionellen Investoren stellt insgesamt die Volatilität am Markt im kommenden Jahr die größte Gefahr für ihre Investmentperformance dar, gefolgt von einem lediglich schleppenden Wirtschaftswachstum und Bedenken bezüglich der zukünftigen Geldmarktpolitik.

„Angesichts eines äußerst volatilen Marktumfelds mit divergierenden geldmarktpolitischen Ansätzen und politischen Turbulenzen weltweit engagieren sich auch die deutschen institutionellen Investoren auf ihrer Jagd nach Rendite verstärkt in alternativen Anlageformen“, sagt Jörg Knaf, Executive Managing Director für die DACH-Länder bei Natixis Global AM. „Diese Strategien dienen gleichzeitig der Diversifikation – einem entscheidenden Baustein für ein langfristig stabileres Portfolio.“ Die Studie zeige, dass institutionelle Investoren weltweit ein immer größeres Interesse an nicht-korrelierten sowie alternativen Strategien zeigen: "Nicht-traditionelle Investments, alternative Strategien und nicht-korrelierte Assets könnten dazu beitragen, die Ertragsquellen breiter zu diversifizieren und die Risiken auf Portfolioebene zu steuern". John Hailer, Chief Executive Officer von Natixis Global Asset Management in Amerika und Asien ergänzt: "Die Strategien der Notenbanken, Wertschwankungen am Markt und auch andere externe Ereignisse haben großen Einfluss auf institutionelle Investoren. Angesichts dieser Bedingungen sind sie bestrebt, ihre laufenden Erträge ebenso zu verbessern wie ihre Investmentperformance. Deshalb beobachten wir eine steigende Nachfrage nach innovativen Anlagestrategien, die auf die spezifischen Bedürfnisse breit diversifizierter, komplexer Portfolios eingehen."

Kombination von aktiv und passiv

Die Umfrageergebnisse sprechen dafür, dass ein Mix aus aktiven und passiven Investments favorisiert wird. Der Studie zufolge nutzen Institutionelle aktiv gemanagte Investments, um Alpha zu generieren und sich in nicht-korrelierten Anlagen zu engagieren. Im Gegenzug greifen sie insbesondere bei Aktien auf passiv verwaltete Anlagestrategien zurück, um so die Managementgebühren zu minimieren. Bemerkenswerterweise gehen zwei Drittel (67%) der Anleger davon aus, dass global weltwirtschaftliche Faktoren und eine höhere Marktvolatilität aktiv gemanagter Anlagen 2016 eher zugute kommen werden als passiven Investments. Veränderung des Zinsniveaus fordert das jonglieren mit Anleihen Viele Staaten – einschließlich der USA – stehen kurz vor einer Anhebung der Zinsen. Im Gegensatz dazu sind die Kreditkosten in anderen Ländern zuletzt beibehalten oder sogar gesenkt worden. Diese monetäre Divergenz verunsichert viele Institutionelle und könnte im nächsten Jahr Wertschwankungen zur Folge haben. Falls die US-Notenbank und andere Zentralbanken die Zinsen ausgehend von ihren historischen Tiefs wieder anheben sollten, sind die institutionellen Investoren auch bereit, diverse Modifikationen auf Portfolioebene umzusetzen. Der größte Teil der Befragten (65%) wird dann anstelle länger laufender Papiere verstärkt auf Anleihen mit kürzerer Duration setzen. Weitere Anpassungen bestünden beispielsweise in einer Reduzierung der allgemeinen Ausrichtung auf Anleihen (49%), einem stärkeren Engagement in alternativen Investments (47%) sowie der Nutzung von Absolute Return-Strategien (47%).