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16.02.2012

Iran-Embargo pusht Öl-Preis

„Rohstoffe haben eine gemischte Woche hinter sich“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. „Während es für Energiewerte aufwärts ging, wurden Agrarwerte größtenteils abgestoßen.“ Rohöl der Sorte Brent habe ein Sechs-Monats-Hoch erreicht und die 120-Dollar-Marke gestreift. „Preistreiber sind hier vor allem der kalte Winter in Europa, eine steigende Nachfrage aus den Schwellenländern und das Ölembargo gegen den Iran. Ölraffinerien in Asien suchen langsam nach Alternativen zum iranischen Öl“, erklärt Hansen abschließend.

Eine Reihe von Finanzprodukten ermöglichen es Anlegern gezielt auf eine weitere Ölpreiserhöhung zu setzen. Trotz der Rezessionsgefahr und daher mittelfristig eher stagnierenden Ölpreisen, könnte man 2012 noch kräftig gewinnen.

Öl-Experte Alexander Pögl von JBC Energy in Wien sieht derzeit zwei widersprüchliche Kräfte, die den Ölpreis bestimmen. Auf der einen Seite spricht die Angst vor einer Rezession vor allem in Europa für einen Preisrückgang. Auch die Situation in den USA ist nicht eindeutig und bei Asien stellt sich die Frage, ob es in diesem Jahr wieder so gut gehen wird, wie in den vergangenen Jahren. Zudem hat die Fördermenge der Organisation Öl exportierender Länder (Opec) im Januar ein Dreijahreshoch erreicht. Ein kräftiger Produktionsanstieg in Libyen hat den Opec-Output auf 30,9 Millionen Barrel täglich getrieben, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) vor kurzem mit.

Auf der anderen Seite sprechen die Krisen im arabischen Raum und die Drohungen des Iran, die Meeresstraße von Hormus zu blockieren, für eine mögliche Explosion des Ölpreises. Nach Einschätzung von Pögl ist der arabische Frühling noch nicht vorbei.

Ein Drittel des weltweit verschifften Öls

Der Iran hat ja im Konflikt um sein Atomprogramm damit gedroht, die Straße von Hormus zu blockieren. Über die an ihrer engsten Stelle rund 51 Kilometer breite Wasserstraße zwischen Oman und Iran wird nahezu der gesamte Ölexport Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwaits, des Irak und Irans abgewickelt – nach US-Angaben etwa ein Drittel des weltweit verschifften Öls. Zudem liefert Katar laut Experten sein Flüssiggas fast ausschließlich über die Wasserstraße. Eine Blockade des Iran würde bedeuten, dass täglich an die 16 Million Fass Rohöl nicht zur Produktion geliefert werden können.

Gewollter Preis-Anstieg

Auch die Analysten der Erste Group sehen 2012 gute Chancen für einen steigenden Ölpreis. Die politischen Turbulenzen würden von der Öl-Lobby durchaus auch gewollt. Eine militärische Auseinandersetzung sei heuer aber wegen laufenden Jahr wegen der amerikanischen Präsidentenwahlen nicht wahrscheinlich. Sollte die Blockade einsetzen, könnten freilich Preissteigerungen von 20 bis 50% die Folge sein.

Wer das Tauziehen um den Ölpreis nutzen möchte, findet ein breites Angebot an Aktien und Zertifikaten, die den Einstieg leicht machen. Zunächst kann man große Ölfirmen wie die russische Lukoil, Royal Dutch Shell oder Chevron ins Auge fassen. Auch Zulieferer der Ölindustrie wie die österreichische SBO seien interessant.

Und auch über Zertifikate kann man diese Spekulationsidee abdecken. Entsprechende Produkte gibt es etwa bei der Raiffeisen Centrobank (RCB), etwa Indexzertifikate (z.B. mit der ISIN AT0000A0CV71) oder Bonuszertifikate wie „Öl Bonus 14“ (AT0000A0R2K0) – fällt der Ölpreis bis Ende September nicht um 32% (oder 76,4 US-Dollar) erhält man eine Bonusrendite von 16%, an weiteren Steigerungen partizipiert man allerdings nicht.


Dann gibt es noch gehobelte Produkte – sowohl „long” oder „short” (z.B.: AT0000A0RG08 oder AT0000A0RG32). Ganz neu sind die drei Mini Future-Zertifikate auf den ICE Brent Crude-Future von Goldman Sachs. Emittiert wurde zum einen ein Long-Derivat (ISIN DE000GS9NXP5) mit einem anfänglichen Basispreis bei 112 US-Dollar und einer anfänglichen Knock-out-Barriere bei 115,40. Der Ausgabepreis hat bei 4,09 Euro gelegen. Zum anderen sei ein Short-Derivat (ISIN DE000GS9NXR1) mit einem anfänglichen Basispreis bei 152 US-Dollar und einer anfänglichen Knock-out-Barriere bei 147,40 lanciert worden. Der Ausgabepreis hat bei 26,24 Euro gelegen. Daneben gibt es auch ein Short-Derivat (ISIN DE000GS9NXQ3) mit einem anfänglichen Basispreis bei 150 US-Dollar und einer anfänglichen Knock-out-Barriere bei 145,50. Der Ausgabepreis hat bei 24,73 Euro gelegen. Das Bezugsverhältnis bei allen Zertifikaten beträgt 1 und es gibt keine Laufzeitbeschränkung.