Meldungen | Versicherungen
27.03.2019

Mehr Prämien und weniger Profit für die heimischen Versicherer

Trotz Rückgängen bei den Lebensversicherungsprämien und einem schwachen 4. Quartal ist das Volumen 2018 um 1,2% gewachsen, berichtet die Finanzmarktaufsicht. Das Jahresergebnis ging um fast 13% zurück.

Das Prämienvolumen der österreichischen Versicherungsunternehmen hat sich im 4. Quartal 2018, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, mit rund 3,9 Mrd. Euro praktisch nicht verändert. Im Gesamtjahr 2018 betrug das Prämienvolumen 17,18 Mrd., Euro was eine Steigerung von 1,2% gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Dies geht aus dem kürzlich von der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) veröffentlichten Bericht über das 4. Quartal 2018 der österreichischen Versicherungswirtschaft hervor. Das Prämienvolumen setzte sich demnach aus Einnahmen von 1,95 Mrd. Euro in der Schaden- und Unfallversicherung (plus 4,07%), aus 1,41 Mrd. Euro in der Lebensversicherung (minus 6,64%) sowie 553 Mio. Euro in der Krankenversicherung (plus 4,45%) zusammen. Im Gesamtjahr 2018 sank das Prämienvolumen in der Lebensversicherung durch ein Minus von 3,76% auf 5,52 Mrd. Euro. In den Sparten Schaden- und Unfallversicherung sowie Krankenversicherung konnte ein Plus von 3,59% auf 9,44 Mrd. Euro bzw. von 4,27% auf 2,22 Mrd. Euro erwirtschaftet werden.

Weniger EGT, stabiler Kapitalpolster

Das versicherungstechnische Ergebnis ging 2018 um 12,8% auf 506,5 Mio. Euro zurück, das Finanzergebnis um 10,18% auf 2,5 Mrd. Euro. Dies führte zu einer Abnahme des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) um 6,1% auf 1,17 Mrd. Euro. Die Summe aller Assets zu Marktwerten (exklusive Kapitalanlagen der fondsgebundenen und indexgebundenen Lebensversicherung) lag Ende 2018 bei 106,9 Mrd. Euro, um 1,9% unter dem Wert zum Jahresende 2017. Im Hinblick auf die Solvabilitätsanforderungen gemäß Versicherungsaufsichtsgesetz 2016 zeigt sich, dass mehr als die Hälfte aller Versicherungsunternehmen einen Solvabilitätsgrad von über 230% vorweisen konnte; das heißt, mehr als doppelt so hohe Eigenmittel als notwendig besaßen. Die Solvency Capital Requirement (SCR) misst, ob das Versicherungsunternehmen mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5% innerhalb der nächsten zwölf Monate, unvorhergesehene Verluste auffangen und seinen Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern nachkommen kann. Der MCR-Solvabilitätsgrad lag bei rund der Hälfte der Versicherungsunternehmen sogar im Bereich von 561% bis 948%. Die Mindestkapitalanforderung MCR (Minimum Capital Requirement) gibt das Mindestausmaß der Eigenmittel an, die das Versicherungsunternehmen jedenfalls und zu jeder Zeit halten muss.