Mit aufhellender Weltkonjunktur setzt SIG stärker auf Aktien
Die globale Wirtschaft erholt sich rascher als angenommen, China steht vor einer weichen Landung, Europa stabilisiert sich, doch das Schuldenproblem bleibt bestehen.

James Millard, CEO Skandia Investment Group
Die Skandia Investment Group hat ihr Engagement in Aktien weiter verstärkt. Im jüngsten SIG-Monatsbericht über die Vermögensallokation argumentiert Chief Investment Officer James Millard, dass der weltweite Aktienmarkt und Anleihen nicht-öffentlicher Emittenten, getrieben von besseren Wirtschaftsdaten, einen starken Start ins neue Jahr hatten. Auch die Eurozone stabilisiert sich weiter, was vermuten lässt, dass die Schuldenkrise allmählich unter Kontrolle gebracht wird.
Millard erläutert, dass die Geschäftsklima-Indices in den meisten Ländern zuletzt gestiegen sind. Die Weltwirtschaft gewinnt an Fahrt. "Wir bevorzugen Schwellenländer vor reifen Märkten. Innerhalb der Schwellenländer gilt unsere Aufmerksamkeit dem aufstrebenden Asien, wo China eine sanfte konjunkturelle Landung erleben dürfte. In der entwickelten Welt haben wir unser Engagement in Europa (ohne Großbritannien) leicht ausgebaut. Dort zeigen sich günstige Bewertungsniveaus und wir erwarten, dass die Schuldenkrise zunehmend unter Kontrolle gebracht wird", so Millard.
In der Eurozone stieg der kombinierte Einkaufsmanager-Index (PMI) wieder über die entscheidende Marke von 50. Damit könnte die Wirtschaft des Währungsgebiets im laufenden Quartal sogar wachsen - nachdem sie Ende 2011 noch geschrumpfte. Die Daten anderer Länder (etwa für Indien und China) deuten auf eine weiche konjunkturelle Landung hin. "Wir bleiben sehr zuversichtlich, was den Gesamtausblick für Aktien angeht. Deshalb haben wir unsere bisherige Position 'Übergewichten' sogar noch leicht ausgebaut", sagt Millard.
Der Optimismus der SIG speist sich aus dem breiteren wirtschaftlichen Datenbild. Zum Beispiel ist die US-Konjunktur im vierten Quartal 2011 um 2,8% gewachsen - also deutlich schneller als noch früher im Jahr angenommen. Während der US-Konsum schwächer als erwartet ausfiel und auch die niedrigeren Staatsausgaben die Wachstumsrate bremsten, ergeben sich Anzeichen, dass der Immobilien- und auch der Arbeitsmarkt wieder an Dynamik gewinnen. In Asien hatte Japan 2011 zwar ein schwaches viertes Quartal, im laufenden Vierteljahr scheint das Wachstum jedoch leicht anzuziehen. In China wiederum weisen die Wirtschaftsdaten durchweg auf eine weiche Landung der Konjunktur hin. Der dortige PMI-Index stieg auf über 50 bei gleichzeitig robusten Daten in Bezug auf den Konsum. Obwohl die meisten chinesischen Immobilienzahlen schwächer waren, argumentiert die SIG, dass diese Entwicklung überwiegend auf politische Maßnahmen zurückgeht. Bleibt die Datenlage anhaltend schwach, dürfte der Staat seine Maßnahmen zurückfahren.
Die SIG sieht auch andere Schwellenlandmärkte positiv, da es dort ebenfalls Anzeichen für wirtschaftliche Erholung gibt. So stieg etwa der PMI-Index in Indien den zweiten Monat in Folge kräftig, und auch in Russland fiel die wirtschaftliche Aktivität stärker als erwartet aus. Die Unternehmen gehen davon aus, dass 2012 eine laxere Geldpolitik in praktisch allen aufstrebenden Regionen Trend sein wird.
Selbst die PMI-Werte und breiteren Konjunkturdaten in der Eurozone beginnen sich zu verbessern, sodass die dort vereinzelt erwarteten Rezessionen wohl milder als angenommen ausfallen werden. Die SIG gibt sich jedoch keiner Illusion hin: An der nachhaltigen Eindämmung der Schuldenproblematik muss weiter gearbeitet werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die zuletzt beobachtete Rallye an den Bondmärkten der Peripherieländer wie auch der Anstieg von Bankaktien und -anleihen den Schluss nahe legen, dass sich die Schuldenkrise in Europa als Belastungsfaktor für die Finanzmärkte und das weltweite Wachstum in den nächsten Monaten verabschieden könnte. James Millards Schlussfolgerung: "Wir haben unser Engagement in Aktien, das bereits "übergewichtet" war, weiter ausgebaut. Es gab eine ganze Reihe positiver Entwicklungen, die den Aktienmarkt über die nächsten Monate stützen dürften. Der Ausblick von Investoren für globale Aktien und die Weltwirtschaft hat sich signifikant gegenüber dem Tiefpunkt Ende vergangenen Jahres verbessert. Wir sind optimistischer als der Durchschnitt der Investoren, was Aktienmärkte und Konjunktur angeht. Anleger bleiben in Bezug auf europäische Aktien noch immer stark untergewichtet und übergewichten US-Aktien. Wir haben uns im Vergleich dazu anders positioniert."
