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01.02.2012

Österreicher sparen 2012 etwas weniger

Der durchschnittliche Sparbetrag bleibt mit 5.460 Euro aber relativ stabil. Die meisten sparen für schlechte Zeiten.

Die Österreicher werden in den nächsten 12 Monaten im Quartalsvergleich etwas weniger sparen und auch die Höhe der geplanten Kreditsumme ist leicht rückläufig. Das ergab die im vierten Quartal 2011 durchgeführte Integral-Umfrage im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen.
Aktuell planen die Österreicher demnach 5.460 Euro (-4,5%) sparen zu wollen. Ein Drittel plant auch 2012 größere Anschaffungen zu tätigen. Rund 15% davon wollen diese mittels Kredit finanzieren, durchschnittlich werden dafür 68.800 Euro (-16%) veranschlagt. Im Jahr 2012 planen 86% der Österreicher Geld zu sparen oder zu veranlagen. Bei der Veranlagungsform bleibt man trotz der niedrigen Zinsen konservativ. Zwei Drittel der Österreicher werden ihr Geld in den nächsten 12 Monaten aufs Sparbuch legen, Bausparen ist bei 60% die bevorzugte Anlageform, die Lebensversicherung kommt mit 44% auf ihr All-Time-High. Mit 19% ist ein noch deutlicherer Anstieg ist bei Immobilien zu verzeichnen (+5% zum Vorquartal), im gleichen Ausmaß hat auch die Beliebtheit von Gold zugelegt und liegt jetzt bei 16%.

Notgroschen ist am wichtigsten

Die Sparmotive im internationalen Vergleich wurden in der in 19 Ländern durchgeführten ING International Study (IIS) erhoben. 18.300 finanzielle Entscheider wurden online dafür befragt. Für 64% der Österreicher steht demnach der Notgroschen an der Spitze der Sparmotive. Damit liegt Österreich im internationalen Spitzenfeld hinsichtlich vorausschauenden Sparens; nur in den Niederlanden (67%) und in Luxemburg (78%) wird noch mehr für einen Fall der Fälle gespart.
Gespart wird in den heimischen Haushalten aber auch für teure Anschaffungen wie Autos, Elektrogeräte oder aktuelle Mode (52%) und für den Urlaub (41%). Mit 36% spart mehr als ein Drittel der Österreicher "einfach so" ohne konkretes Vorhaben während 18% für die Zukunft und Ausbildung der Kinder zur Seite legen. 10% wollen für ihre eigene Aus- und Weiterbildung sparen. Nur 3% wollen nicht sparen, sondern geben ihr Geld lieber aus. Bei 12% stellt sich diese Frage gar nicht weil von ihrem monatlichen Einkommen nichts für das Sparbuch übrigbleibt.
Mit der Summe ihres Ersparten ist hierzulande eine relative Mehrheit von 42% zufrieden. 27% äußerten Bedenken, dass es wohl nicht genug sei.
Im internationalen Vergleich liegt Österreich hierbei im europäischen Mittelfeld: Höhere Zufriedenheit kann in Luxemburg (51%), den Niederlanden und Polen (mit jeweils 50%) sowie in Deutschland (45%) festgestellt werden.
Unzufriedenheit hinsichtlich des eigenen Ersparten zeigte sich vor allem in Spanien (48%), in den USA (36%) sowie Kanada und Türkei (jeweils 33%).
Außerhalb Europas ist die Zufriedenheit mit dem individuell Ersparten in Thailand (83%) und Indien (78%) überaus hoch, während sie in China (39%) geringer ist. Zu beachten gilt hier jedoch die noch eher geringe Internetpenetration in diesen Ländern und die damit einhergehende Verzerrung des repräsentativen Bildes.

Hälfte spart unverändert

Von der aktuell angespannten Wirtschaftslage persönlich betroffen fühlt sich mit 46% knapp die Hälfte der Österreicher, allerdings geben ebenso 46% an nicht wirklich betroffen zu sein. Dies kann wohl auch als Erklärung gelten, weshalb die Österreicher nahezu unverändert weiter sparen: 48% gaben an, so viel wie vorher zu sparen und immerhin 17% sparen sogar mehr. 35% sparen nun allerdings weniger, gemeinsam mit Deutschland (34%) ist Österreich hier das "Schlusslicht". Massive Einschnitte in ihrem Sparverhalten müssen vor allem die Rumänen (74%) sowie die Spanier und Italiener (jeweils 64%) hinnehmen.