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08.06.2018

Online-Broker GKFX fordert einheitliche Wissenstests für Neukunden

Die Anfang des Jahres in Kraft getretene EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II fordert u.a. auch Eignungstests für Neukunden von Online-Brokern. Eine Vereinheitlichung sollte verhindern, dass sich Anbieter beim Zugang gegenseitig unterbieten, fordert Arkadius Materla von GKFX.

Arkadius Materla, GKFX Österreich und Deutschland

Arkadius Materla, GKFX Österreich und Deutschland

Foto: GKFX

Nicht nur Banken und Fondsgesellschaften waren durch MiFID II, auch Online-Broker mussten reagieren und ihre Angebote anpassen. Doch auch nach der Umsetzung bleiben einige Fragen offen. Es würden beispielsweise Transparenzbestimmungen zum Thema Gebühren fehlen, die für Verbraucher zum Teil verwirrend und nur schwer nachzuvollziehen seien, kritisiert der Online-Broker GKFX. Auch die Eignungstests, die der Kunde jetzt beim Eröffnen eines Trading-Kontos absolvieren muss, hält man für nicht ausgegoren: „Die Einführung dieser Eignungstests halten wir für sinnvoll und richtig. Da es seitens der Aufsichtsbehörden aber keine einheitlichen Regeln gibt, stellt sich die Frage, wie sämtliche Broker der Anforderung vergleichbar nachkommen sollen“, sagt Arkadius Materla, Country Executive für Österreich und Deutschland bei GKFX.

Eignungstest-Hopping

Die Apropriateness-Tests sind im Sinne des Kundenschutzes verpflichtend. Sie sollen dem Broker zeigen, ob ein Kunde genug von der Materie versteht, um die Voraussetzungen zum Traden zu erfüllen. Diese Eignungsbeurteilung, wie von MiFID II gefordert, sorgt jedoch branchenweit eher für Verwirrung denn für Klarheit. Die Beurteilung soll dafür sorgen, dass Kunden, die für das entsprechende Produkt nicht die Voraussetzungen erfüllen, identifiziert und gegebenenfalls abgelehnt werden. „Bei einer Ablehnung sollte ein Kunde verstehen, dass er aufgrund einer objektiven Einschätzung der fehlenden Voraussetzungen abgelehnt worden ist. Da es aber keinen einheitlichen branchenweiten Eingangstest gibt, wird ein abgelehnter Kunde sein Scheitern damit erklären, dass der Broker ihn nicht will. Er wird sich dann bei anderen Wettbewerbern umschauen, bis er einen Test gefunden hat, der ihn als Trader zulässt“, befürchtet Materla. GKFX spricht sich daher für einen einheitlichen Wissenstest für Neukunden aus, der nicht nur eine stärkere Schutzfunktion hätte, sondern auch die Vorgehensweise aller Anbieter transparent macht.

ESMA soll unseriöse Anbieter überprüfen

„Als Kunde sollte man sich fragen, wie ernst es ein Anbieter mit dem Schutz der Kunden meint, wenn er sie mit einem Alibi-Test durchwinkt“, warnt Materla und versichert, dass der GKFX-Test seinen Zweck erfüllt: „Wer unseren Wissenstest besteht, weiß was er tut und hat sich mit dem Traden auseinandergesetzt.“ Zudem sollte sich die EU-Finanzaufsicht ESMA mit unseriösen Anbietern, die Kunden mit einem Status als Profi-Trader oder mit Offshore-Angeboten locken, kritisch auseinandersetzen, so Materla. Denn im professionellen Handel mit Finanzprodukten sowie in nicht regulierten Drittländern gelten die neuen Regeln nicht. Für Anleger, die das notwendige Kapital und eventuell zusätzliche berufliche Erfahrung mitbringen, ist der Status „professioneller Trader“ eine Option. Stellt ein Anbieter der Mehrheit der Kunden einen solchen Status in Aussicht, zeuge dies grundsätzlich jedoch nicht von Seriosität.