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06.12.2017

Online-Dienstleister will von MiFID II profitieren

Die Online-Vermögensverwaltung "Savity" will schon ab 10.000 Euro Anlagebetrag professionelle Strategien bieten. In Zeiten von Nullzinsen und kommender Provisions-Transparenz will man mit geringen Kosten bei den kleinen Sparern punkten.

Karin Kisling, Portfoliomanagerin Savity

Karin Kisling, Portfoliomanagerin Savity

Foto: E.W.S./Tanzer

Eine professionelle und persönliche Vermögensverwaltung zahle sich nur für größere, mindestens sechsstellige Summen aus oder für institutionelle Kunden, heißt es oft. Die österreichische Wertpapierfirma Advisory Invest will mit diesem Privileg brechen und hat die Online-Vermögensverwaltung „Savity“ auf den Markt gebracht. Die Anlagestrategien, die man seit 17 Jahren für institutionelle Anleger entwickelt hat, sollen nun kostengünstig auch für den „normalen“ Privatanleger verfügbar werden. „Durch den Einsatz moderner IT und effizienter Automatisierung schaffen wir nun schon ab 10.000 Euro passgenaue Anlagelösungen“, sagt Gerhard Hennebichler, Geschäftsführer von Advisory Invest. „Wir stellen unsere Dienstleistung über eine einfache und selbsterklärende Benutzeroberfläche zur Verfügung. Der Kunde kann online den Vertrag unterzeichnen, sein Depot eröffnen und natürlich sein Portfolio einsehen. Bei Fragen steht darüber hinaus ein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung“. Die Verwaltungsgebühr für Savity, die bereits alle Grundkosten beinhaltet, beträgt 0,95 Prozent pro Jahr. Hinzu kommen dann externe Kosten für Investment-Produkte, die bis zu 0,79 Prozent p.a. ausmachen können.

Die Wertehaltung des Kunden abbilden

Individualisiert wird das Portfolio über die Online-Abfrage von Rendite-Erwartung, Risiko-Neigung und Anlage-Leitlinien. „Was dem Kunden wichtig ist, fließt direkt in die Anlagestrategie ein: Nachhaltigkeit, laufende Erträge oder die Möglichkeit, wie die ganz Großen zu investieren“, erläutert Karin Kisling, Portfolio-Managerin von Savity, den Investmentansatz. Neukunden durchlaufen zuerst einen Online-Beratungs-Prozess, um ein exaktes Kundenprofil zu erhalten. Der Savity-Algorithmus ermittelt daraus die Portfoliozusammensetzung aus 40 Anlageklassen, die sowohl dem Sicherheitsbedürfnis des Kunden als auch seiner Wertehaltung entspricht und die auf die persönlichen Ziele abgestimmt ist. Die Umsetzung erfolgt dann auf dem kundeneigenen Wertpapierdepot bei der Capital Bank, die zur Grawe-Gruppe gehört. „Bei effizienten Märkten gehen wir in ETFs, bei ineffizienten Märkten in aktive UCITS-Fonds“, sagt Kisling zum Prozess. Technisch setze man bei der Umsetzung der Anlagestrategien auf moderne Risikokonzepte und automatische Umschichtungen, die Kapitalmarktprofis mittlerweile erwarten.

"Kein provisionsgetriebener Verkauf"

Von MiFID II will Advisory Invest profitieren, denn die neue EU-Richtlinie zwingt zur Transparenz was die Kostenstruktur betrifft. „Heute hat der Kunde noch eine Blackbox was die Kosten betrifft, aber das wird sich mit MiFID II ändern. Wenn der Anleger sieht, was die Bank ihm verrechnet, wird er auf digitale Produkte ausweichen“, ist Managing Partner Dietmar Bahr überzeugt. Innerhalb der Anlageklassen werde ausschließlich in Wertpapiere investiert, die im Rahmen eines kritischen Auswahlverfahrens und anhand strenger Kriterien ermittelt werden. „In der Auswahl von Anlageprodukten ist Savity vollkommen unabhängig und erhält keinerlei Provisionen. Dadurch stellen wir ein größtmögliches Maß an Transparenz und Fairness sicher“, versichert auch Wolfgang Jannach, Gründungsmitglied bei Savity und erfahrener Investmentexperte. Wir haben kein Interesse an einem provisionsgetriebenen Produkt-Verkauf.“