Meldungen | Geschlossene Fonds
25.04.2012

Recycling-Investments: eine Assetklasse mit Zukunft

In einer jüngst veröffentlichten Umfrage wurden als zur Zeit besonders gefragte Angebote und  Produkte bei IFAs (unabhängige Finanzberater) Erneuerbare-Energie-Fonds an erster Stelle genannt, dicht gefolgt von Rohstoff-Fonds. Beides passt gut zusammen und der ökologische Nutzen liegt auf der Hand: Die Wiederverwertung ist eine erneute Nutzung bereits genutzter Ressourcen und das „Produkt“, das dabei entsteht, kann ein wieder gewonnener wertvoller Rohstoff sein. Einige Initiatoren von Beteiligungsfonds sind schon seit einiger Zeit mit diesen Themen bzw. diesen Technologien „unterwegs“.Recycling-Investments beziehen sich dabei auch auf die Nutzung von Energien, die bisher ungenutzt „verpufft“ sind. Bisher werden solche Fonds meist unter „sonstige Fonds“ gelistet.

von Gunther Fessen

Die Umwelttechnikbranche hat sich zu einem globalen Weltmarkt entwickelt. Deutschland kämpft dabei mit China um die führende Position. Im Ranking des Weltmarktvolumens stand der Umweltbereich schon im Jahr 2007 an dritter Stelle, nach der Elektro- und Automobilindustrie.

 

In Deutschland zeigen sich viele interessante Entwicklungen: Mittlerweile existieren Bestrebungen,  Vorhaben regional in sogenannten Clustermanagement-Projekten zu fördern. Hierzu zählen Wasser- und Abwassertechnologien (zum Beispiel UV-Technologien zur Wasserreinigung), zukunftsorientierte Entsorgungstechniken (z.B. Sortiertechniken, Kompostierung und Vergären) und umweltfreundliche Produkte (zum Beispiel Biomasse und ökologische Baustoffe) – um nur drei von ihnen zu nennen, die beispielsweise in Nordrhein-Westfalen gefördert werden sollen.

 

Die Aufbereitung von Wasser ist im Bereich der nicht börsennotierten Investments bisher nur in kleineren Fonds oder in sogenannten Private Placements umgesetzt worden. Wesentlich ist es, die Spreu vom Weizen zu trennen und profitable Recycling-Technologien auch für Privatinvestments zu entdecken. Technik und Investments, bei denen ein Teil der Gewinne nur durch staatliche Zuschüsse Gewinn abwirft, sind zu hinterfragen: Was, wenn die staatlichen Förderungen ausbleiben?

 

Profitabilität ohne Subventionen

 

Ein Beispiel eines solchen Recycling-Investments, das ohne staatliche Subventionen Profitabiliät verspricht, ist der Öko-Energie Umweltfonds 1 des Bremer Emissionshauses Ventacom. Der Anleger investiert hier in eine Anlage, die im industriellen Standard aus Kunststoffmüll wieder das Ausgangsmaterial „Öl“ gewinnt. Kunststoffmüll existiert weltweit und damit auch in Deutschland wie der sprichwörtlichen Sand am Meer.

 

Deutschland liegt hinsichtlich des Kunststoff-Abfall-Sammelns an der absoluten Weltspitze. Jedes Jahr fallen rund 4,5 Millionen Tonnen an Kunststoffabfall allein in Deutschland an. Dieser wird bisher überwiegend verbrannt. Ökologisch wie ökonomisch macht die Verbrennung eines Rohstoffs aber überhaupt keinen Sinn. Der energetische Wirkungsgrad ist nach dem Recyclen zu Öl über viermal so hoch wie in der Müllverbrennung, heißt es bei Ventacom. Er liege bei rund 90 Prozent. Da der Ölpreis immer weiter steigen wird, sei davon auszugehen, dass dieses Investment zusätzlich zum ökologischen Nutzen der Zweitverwertung von Plastikmüll immer rentabler würde.

 

Recyclen von PV-Anlagen

 

In nicht allzu ferner Zukunft dürfte auch das Recyceln von Photovoltaik-Anlagen ein bedeutendes Thema sein. Die verbauten, speziell kristallinen Module und die Aufständerung der Anlagen können ebenfalls recycelt werden. Dies wird ebenfalls ein Markt sein, der über eine private Finanzierung via Fonds erschlossen werden kann.

 

Auch Müllhalden bergen ungeahntes Potenzial: Sie enthalten Unmengen von Metallen und anderen Stoffen, deren „Bergung“ bei entsprechend gestiegenen Preisen höchst attraktiv sein kann. So genannte „seltene Erden“ beispielsweise sind in Millionen Alt-Handys enthalten, die in Schränken zuhause verstauben. Sie werden heute in der Herstellung vieler Konsumgüter eingesetzt (etwa Computer, LCD-Bildschirme und Digitalkameras) sowie in „grünen Technologien” wie Windkraftanlagen, Elektroautos und Energiesparlampen. Auch hier werde es in Kürze sicher erste Anlage-Möglichkeiten für Private geben, heißt es.