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22.06.2011

"Risiken sind ein systemisches Phänomen"

In der hohen Marktvolatilität und Zinsänderungen sehen europäische Großanleger mit jeweils über 70 Prozent die größten Anlagerisiken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage von Allianz Global Investors (AllianzGI), die erstmalig in elf Ländern Europas unter 156 institutionellen Investoren durchgeführt wurde. Als weitere große Risiken für ihre Kapitalanlage werden starke Kurseinbrüche an den Aktienmärkten, die vielfach hohen Staatsverschuldungen und "tail risks" genannt. Letztere sind auf unvorhersehbare Extremereignisse zurückzuführen, wie zuletzt die schlimmen Naturkatastrophen in Japan und deren Folgen.

"Es ist nicht nur die Vielzahl an Risiken, denen institutionelle Investoren gegenüber stehen, sondern die Risiken werden inzwischen als systemisches Phänomen wahrgenommen, da sich die unterschiedlichen Risikokategorien potenziell immer stärker gegenseitig beeinflussen können", sagt Elizabeth Corley, Europachefin von AllianzGI. Aktive und dynamische Risikomanagementstrategien, die über eine reine Diversifikation hinausgehen, werden daher immer wichtiger, heißt es weiter. 
 
Die früheren "sicheren Häfen" sind verschwunden 
 
"Die früheren 'sicheren Häfen' sind verschwunden, so ein Fazit der Ergebnisse. Die große Zuversicht im Hinblick auf die Stabilität des Euros, die in der Umfrage ebenso zutage getreten ist, ist in diesem Zusammenhang durchaus bemerkenswert", erklärt Corley. So meinten 76 Prozent der institutionellen Anleger in Europa, dass der Euro in seiner derzeitigen Form Bestand haben wird. Nur sechs Prozent der Befragten teilen diese Einschätzung nicht. 
 
Sehr große oder erhebliche Anlagerisiken sind ... (Zustimmung in %) 
 
1. Marktvolatilitäten 72,1
2. Zinsänderungen 69,5
3. Starke Kurseinbrüche an den Aktienmärkten 64,5
4. Staatsverschuldungen 61,5
5. Unvorhersehbare Extremereignisse 48,3