Meldungen | Fondsmarkt, Marktkommentar
20.03.2020

Ruhe in der Krise

Laut J.P. Morgan Asset Management habe sich in Mitten der Turbulenzen auf den Börsen die Makro-Strategie bewährt. Dennoch gibt es einiges zu beachten.

Shrenick Shah, J.P. Morgan AM

Shrenick Shah, J.P. Morgan AM

J.P. Morgan AM

Die Ungewissheit über die weitere Verbreitung des Coronavirus verbunden mit deutlichen Einschnitten im öffentlichen Leben und den nicht absehbaren Folgen für die globale Wirtschaft sorgte in den letzten Wochen für dramatische Volatilität an den Kapitalmärkten. Dass es zusätzlich einen Preiskrieg auf dem Ölmarkt gab, brachte die Märkte noch weiter ins Taumeln. „Die Corona-Krise lässt sich gut in drei Abschnitte einteilen“, erläutert Shrenick Shah, einer der drei Fondsmanager der Makro- Strategie bei J.P. Morgan Asset Management.

So war im Januar hauptsächlich China betroffen und die Märkte sorgten sich zunächst nur um den Einfluss auf die chinesische Wirtschaft und auf globale Lieferketten. Mitte Februar begann dann die zweite Phase, als das Virus auch in anderen Ländern relevanter wurde. Noch wurden aber in dieser Zeit in einigen Indizes Höchststände verzeichnet. Das änderte sich jedoch Ende Februar, als die Infektionswelle näherkam und die Fälle weltweit anstiegen. Spätestens als Covid-19 am 11. März zur Pandemie erklärt wurde, hat sich die globale Dimension der Krise gezeigt. „Dies ist kein typischer Marktschock, denn wir haben es sowohl mit einem Angebots- als auch mit einem Nachfrageschock zu tun, verbunden mit ersten Liquiditätsengpässen“, führt Shrenick Shah weiter aus. „Zwar versuchen die Zentralbanken und Regierungen mit fiskalischen und monetären Maßnahmen und Liquiditätsunterstützung entgegenzuwirken. Aber viele dieser Maßnahmen brauchen Zeit und wirken erst mit Verzögerung. Zudem ist die gesamte Situation so unvorhersehbar, dass man einfach weiter beobachten und flexibel reagieren muss.“ So sei weiter mit erhöhter Volatilität zu rechnen.

Verschiedenen Marktumfeldern trotzen

Viele Anleger sind nachvollziehbarerweise in einem solchen Umfeld, in dem die Marktvolatilität mancher Indizes höher als während der Finanzkrise war, verunsichert und fragen sich, wie sie ihr Portfolio vor dem Auf und Ab schützen können. Die äußerst flexible Makro-Strategie, die Shrenick Shah mit seinen Co-Managern Benoit Lanctot und Josh Berelowitz managt, ist für solche volatilen Marktphasen bestens gerüstet, denn die Manager können neben Aktien und Anleihen auch erweiterte Strategien wie Derivate und Währungen zum Einsatz bringen: Damit kann der Global Macro Opportunities Fund bei steigenden und fallenden Märkten positive Erträge erzielen.

Aufgrund seiner niedrigen Korrelation mit vielen Anlageklassen bietet sich der Global Macro Opportunities Fund als ein guter Diversifikator – und in diesen schwankungsreichen Zeiten als Stabilisator – für Portfolios an. Der Diversifikationsaspekt gilt im Portfoliokontext auch mit den meisten anderen Mischfondskonzepten. Der hohe Flexibilitätsgrad des Investmentprozesses ermöglicht es zudem, Positionierungen und Engagements schnell an sich verändernde Marktgegebenheiten anzupassen.

So haben sich in dem aktuell sehr volatilen und herausfordernden Marktumfeld seit Jahresanfang die Absicherungsstrategien des Global Macro Opportunities Fund günstig ausgewirkt – per 18. März lag der Fonds in der Anteilklasse A (acc) EUR mit 2,03 Prozent YTD im Plus. Im Januar 2020, der ersten Phase der Corona-Krise, profitierte der Fonds beispielsweise von einer defensiveren Währungspositionierung und Untergewichtung von China. Im Februar zahlte sich zu Beginn des Monats die Aktienpositionierung aus, die in der zweiten Monatshälfte, als es zu der Verkaufswelle an den Aktienmärkten kam, in Short-Aktien-Engagements umallokiert wurde.

Weitere Risikoreduktion

Zum Ende des Februars bis in den März hinein wurde dann das Risiko weiter reduziert und beispielsweise die Bandbreite der Netto-Aktienpositionierung auf rund 10 bis 25 Prozent verringert. „Da Optionen aufgrund der Marktvolatilität im Februar teurer wurden, haben wir die Möglichkeiten unseres ‚erweiterten Werkzeugkastens‘ noch etwas stärker ausgenutzt und Futures eingesetzt. Unser geringes Aktienrisiko wirkte sich positiv auf die Entwicklung des Global Macro Opportunities Fund aus, da der Markt insbesondere am ‚Schwarzen Montag‘, dem 9. März, starken Kursrückgängen ausgesetzt war“, so Benoit Lanctot aus dem Fondsmanagement-Team für die Makro-Strategie.

Aufgrund der zahlreichen geld- und fiskalpolitischen Rettungsmaßnahmen wurde die Aktienpositionierung zuletzt wieder etwas erhöht. Der Schwerpunkt liegt nun auf Qualitätsaktien vor allem im Technologiesektor bei Reduzierung von zyklischen Titeln. Die Währungsallokation besteht aus Long-Positionen in Schwellenländerwährungen mit attraktivem Carry und Positionen in Yen aufgrund dessen defensiver Eigenschaften. Zudem gibt es Short-Positionen in Währungen, die unter negativen Auswirkungen von Covid-19 leiden könnten. „Wir bleiben wachsam, was die neuesten Entwicklungen betrifft, denn wir sind überzeugt, dass der Markt weiterhin sehr sensibel auf negative Nachrichten rund um das Virus reagiert“, betont der Makro-Manager und schließt: „Die flexible Anpassung des Portfoliorisikos und der Einsatz von Long- und Short-Engagements haben es uns im bisherigen Jahresverlauf ermöglicht, eine positive Wertentwicklung in fallenden Märkten zu erzielen. Diese Flexibilität wird unserer Meinung nach in dem weiterhin herausfordernden Marktumfeld auch in Zukunft entscheidend sein“, betont Benoit Lancetot.