„Skandinavien ist für Anleger das optimale Tor zu den Emerging Markets“
Interview mit Karl G. Høgtun, Chef des Nordic Equities Teams und Portfoliomanager der nordischen Fondsauswahl von DNB Asset Management

FONDS exklusiv: Herr Høgtun, Sie werden am 8. März auf dem Fondskongress in Wien Ihre Sicht auf die nordischen Aktienmärkte darstellen. Was sind da zur Zeit die interessantesten Aspekte?
Karl G. Høgtun: Ich freue mich zunächst einmal darauf, mich den österreichischen Investoren vorstellen zu können, da wir unsere Fonds ja erst seit Sommer des letzten Jahres dort vertreiben. Da wir mit einem eigenen Stand vertreten sein werden, ist es eine gute Möglichkeit, mich vor Ort mit allen Interessierten auszutauschen. In Wien werde ich vor allem über die enge wirtschaftliche Verbindung von Skandinavien und den Emerging Markets sprechen. Die soliden und offenen nordischen Volkswirtschaften profitieren ja schon seit langem von den guten Handelsbeziehungen zu den Schwellenländern und bieten Anlegern auch aus diesem Grund sehr attraktive Investmentperspektiven.
FONDS exklusiv: Im vergangenen Jahr haben die Skandinavien-Fonds nicht so gut wie in den Vorjahren abgeschnitten. Woran liegt das?
Karl G. Høgtun: Die globalen Aktienmärkte zeigten sich Anfang 2011 noch recht stabil, gaben aber dann ab Mai nach. Die fortschreitende EU-Finanzkrise und die pessimistischen Prognosen zur Weltkonjunktur beeinträchtigten 2011 die meisten Aktienmärkte, so auch die nordische Region. Hier hielten sich der norwegische und der schwedische Aktienmarkt am besten, während der finnische Markt am kräftigsten nachgab. Zudem flüchteten die Anleger in vermeintlich sicherere, aber auch teure Aktienwerte, was wiederum unserem Investmentsansatz nicht entspricht. Doch auch wenn es mal ein schwächeres Jahr gibt, so bleibt doch der langfristige Investment-Case intakt: Auf Dreijahressicht haben Anleger unseres DNB Scandinavia Fonds beispielsweise 22,8 Prozent Gewinn gemacht und mit uns den Vergleichsindex übertroffen (Stand 7.2.2012).
FONDS exklusiv: Und warum sind nordische Aktien weiterhin ein attraktives Investment?
Karl G. Høgtun: Zuallererst steht es nach wie vor fundamental gut um die Volkswirtschaften Skandinaviens. Das liegt daran, dass die nordischen Länder den Unternehmen gleich aus mehreren Gründen optimale Bedingungen bieten. Zum einen handelt es sich um kleine, offene Volkswirtschaften mit langer Außenhandelstradition. Das erklärt auch die starke wirtschaftliche Ausrichtung nach den Schwellenländern sowie die hohen dortigen Marktanteile. Zum anderen sind die Arbeitsmärkte flexibel bei relativ niedrigen Arbeitslosenquoten. Darüber hinaus sind die Haushaltsdefizite gering und das politische Umfeld stabil. Skandinavien hat nicht mit den fiskalpolitischen Herausforderungen zu kämpfen wie manch südeuropäische Nation. Und es herrscht einfach eine hohe Bereitschaft und Fähigkeit zur Entwicklung bzw. Verwendung neuer Technologien, was die Zukunftsfähigkeit der nordischen Länder unterstreicht.
Wir halten die nordischen Aktienmärkte für hoch interessant und bieten ausreichend Expertise, um in Österreich in Kürze die Auflegung eines norwegischen Absolute Return-Aktienfonds vermelden zu können. Der DNB Norway Absolute Return Fund wird ein marktneutraler, offener und täglich handelbarer Investmentfonds im UCITS-Mantel sein. Das Management dieses Fonds übernimmt eines der weltweit größten Expertenteams für norwegische Aktien, das in unserem Büro in Oslo arbeitet.
FONDS exklusiv: Wie sehen Sie konkret die Entwicklung der nordischen Märkte in diesem Jahr?
Karl G. Høgtun: Sehr gut, vor allem für den langfristig orientierten Anleger. Der nordische Aktienmarkt hat im Laufe der Zeit die globalen und europäischen Märkte übertroffen. Egal, ob wir das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis betrachten, die skandinavischen Aktientitel befinden sich auf der preiswerten Seite. In Kombination mit den guten Rahmenbedingungen ergibt das für langfristig orientierte Anleger ein attraktives Einstiegsszenario.
FONDS exklusiv: Haben wir weiterhin mit höherer Marktvolatilität zu rechnen?
Karl G. Høgtun: Ja, auch darauf muss sich der Anleger einstellen.
FONDS exklusiv: Vielen Dank für das Interview!
DNB auf dem Fondskongress in Wien:
- Stand 80
- Vortrag Karl G. Høgtun: Donnerstag, 08.03.2012, 11:50 Uhr – 12:30 Uhr, Saal 1
- Thema: „Skandinavien als Tor zu den Emerging Markets“
Der Fondsmanager:
Karl G. Høgtun verwaltet zusammen mit Kjell Morten Hjørnevik den DNB Fund Scandinavia (ISIN: LU0083425479). Der rund 80 Mio. EUR (Stand 31.01.2012) schwere Aktienfonds wurde 2011 zum dritten Mal in Folge von Morningstar Norwegen zum Sieger in der Fondskategorie „Nordic Equity“ gekürt.
Karl G. Høgtun (geb. 1962) ist Leiter des Nordic Equity-Teams und Portfoliomanager der nordischen Fondsauswahl von DNB Asset Management. Von Citywire ist er mit der paneuropäischen Bestnote A ausgestattet.
Høgtun kam 1997 zu DNB und leitet hier seit 2003 das Nordic Equity-Team. Er begann seine Laufbahn 1990 als Finanzanalyst bei Fokus Fonds in Norwegen, wo er für den norwegischen Aktienmarkt zuständig war. Ein Jahr später wechselte er als Buy-Side-Analyst zu Samvirke Forsikring. 1993 ging er als Sell-Side-Analyst zu ABG Sundal Collier, wo er ebenfalls norwegische Aktien analysierte. Anschließend wurde Karl Høgtun Partner bei ABG Sundal Collier.
Karl G. Høgtun hält einen MBA der Arizona State University und einen Master in Management der amerikanischen Thunderbird School of Global Management. Er spricht Englisch und Norwegisch und arbeitet in Oslo, Norwegen.
