Meldungen | Marktausblick, Nachhaltige Investments
19.12.2019

Spängler IQAM stellt alle Publikumsfonds auf Nachhaltigkeit um

Bis Ende 2020 werden bei allen Fonds die zum Teil bereits eingesetzten Kriterien für nachhaltiges Investieren angewandt. Strategisch sollten Anleger 2020 auf Aktien mit Fokus auf Europa und Emerging Markets setzen, so die Jahresprognose.

Markus Ploner, Geschäftsführer Spängler IQAM Invest

Markus Ploner, Geschäftsführer Spängler IQAM Invest

Foto: Spängler IQAM

Beim jährlichen Ausblick von Spängler IQAM Invest ging es nicht nur um die Konjunkturprognosen und die Gewichtungen im Asset Management. Das Dauerthema des nachhaltigen Investierens durfte diesmal nicht fehlen, denn es gabe Neues zu verkünden. „Wir gehen davon aus, dass in fünf Jahren der Großteil der Fonds in irgendeiner Weise Nachhaltigkeit berücksichtigen wird, da die Mehrzahl der Investoren danach verlangt“, erklärte Geschäftsführer Markus Ploner. „Die Nachhaltigkeit ist in die Asset Management-Industrie gekommen, um zu bleiben. Daher haben wir reagiert und uns dazu entschlossen im Laufe des nächsten Jahres bei allen unseren Publikumsfonds Nachhaltigkeit einfließen zu lassen.“ Trotzdem bleibt die Performance das Ziel Nr. 1: „Die Nachhaltigkeit darf die Erträge für unsere Kunden nicht schmälern.“ Die durchschnittliche Performance der Spängler-Fonds über alle Assetklassen betrug dieses Jahr 7,91% per Ende Oktober. Alle aktiven Fonds waren dabei positiv. Derzeit werden sieben von 18 Publikumsfonds von Spängler IQAM Invest nachhaltig gemanagt, bereits seit einigen Jahren werden Socially Responsible Investments (SRI) nach den strengen Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Nachhaltige Finanzprodukte angeboten, betont man bei der Fondsgesellschaft. „Die Unterzeichnung der Principles of Responsible Investment (PRI) befindet sich derzeit in Vorbereitung“, kündigt Ploner an. „An unserem Faktor-Investing-Ansatz ändert sich aber aufgrund der Berücksichtigung von Nachhaltigkeit nichts.“

2020 weiterhin hohe Dividendenrenditen

„Der robuste Dienstleistungssektor stabilisiert die Gesamtnachfrage in den USA und der Eurozone. Für die Eurozone wird im kommenden Jahr trotz der Brexit-Turbulenzen sogar eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums erwartet“, sagt Thomas Steinberger, CIO und Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest. „Anzeichen für Entspannung im Handelskrieg und starke Unternehmensergebnisse könnten zu neuen Höchstständen an den Börsen führen.“ Die Verlangsamung des Konjunkturabschwungs und der robuste Arbeitsmarkt in den USA ermöglichen der Fed eine Pause bei den Zinssenkungen. Die Kerninflationsrate zeigte in den USA zuletzt einen relativ deutlichen Anstieg. In Europa hingegen ist noch keine Inflationsdynamik zu beobachten, weitere Zinssenkungen werden von der EZB dennoch schwer durchzusetzen sein. Das neue Kaufprogramm der EZB hat zu einer weiteren Einengung der Kreditspreads im Euroraum geführt. Emerging Markets Spreads scheinen derzeit attraktiv relativ zu Investment Grade Corporates. „Eine spürbare Konjunkturerholung im Euroraum könnte im kommenden Jahr zu einer Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar und Japanischem Yen führen“, so Steinberger.

Entwicklungen von Anleihen, Aktien und Rohstoffen

Relativ zur Kerninflationsrate sind die Anleihenrenditen in den USA und der Eurozone außergewöhnlich niedrig. Auch die erwartete Realrendite 10-jähriger US-Staatsanleihen befindet sich auf relativ niedrigem Niveau. Im US-Dollar kann man aber bei Unternehmensanleihen mit vertretbarem Kreditrisiko weiterhin ausreichend Renditen erzielen. Die Aktienmärkte in Europa sind trotz des Erreichens neuer Höchststände relativ zu Anleihen attraktiv gepreist. „Emerging Markets-Aktienmärkte zeigen seit vielen Jahren eine deutliche Underperformance zu US-Aktien und besitzen daher noch einiges an Potenzial zu Kurssteigerungen“, so die Prognose von Steinberger. Das gleiche gilt für die Rohstoffpreise – viele Rohstoffpreise befinden sich noch immer unter den Niveaus von 2014.

Mehr Gewicht für Aktien

„Die Assetklasse Aktien sollte im Jahr 2020 mit Fokus auf Europa und Schwellenländer übergewichtet werden. Das US-Gewicht sollte neutral gehalten werden“, so die Empfehlung von Josef Zechner, Mitglied der Wissenschaftlichen Leitung bei Spängler IQAM Invest. Aktien in Europa und den Schwellenländern sind relativ zu Rentenveranlagungen günstig gepreist, US-Aktien sind im Gegensatz dazu durchschnittlich hoch bewertet. Steigt das Bewertungsniveau in den USA weiter sollten Exposures reduziert werden. Die Euro-Zinssätze sind historisch tief, eine weitere Senkung der Leitzinssätze im nächsten Jahr würde die Banken noch weiter belasten. Die Duration bei Euro-Staatsanleihen sollte daher relativ niedrig gehalten werden. Sehr niedrige Renditen für Unternehmensanleihen im Euro machen diese Anlageklasse aktuell wenig interessant. Unternehmensanleihen an US-Dollar bieten im Gegensatz dazu aktuell gute Renditen, ein steigender Euro würde hier jedoch einen Großteil der Überrendite wieder zunichtemachen – zumindest ein partieller US-Dollar-Hedge erscheint sinnvoll. "Unternehmensanleihen sollten daher untergewichtet und Emerging Markets-Staatsanleihen in Hart- und Lokalwährung neutral gewichtet werden", meint Zechner.

Die Rohstoffpreise sind ebenfalls niedrig und die Inflationsdynamik ist gering, eine neutrale Gewichtung von Rohstoffen erscheint daher sinnvoll. Steigt die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Einigung im Handelsstreit könnten Rohstoffe höher gewichtet werden. „Wir sehen das Potenzial für steigende Rohstoffpreise derzeit jedoch nach wie vor begrenzt“, so Zechner.