Meldungen | Versicherungen
04.07.2018

Standard Life bleibt auch nach Verkauf als Marke bestehen

Der beschlossene Deal mit der Phoenix Group hat für die Berater und Versicherungs-Kunden von Standard Life Aberdeen in Deutschland und Österreich vorerst keine Folgen. Das "Future Ready"-Programm wird nach der Pilotphase fortgesetzt.

Christian Nuschele, Standard Life Deutschland und Österreich

Christian Nuschele, Standard Life Deutschland und Österreich

Foto: Standard Life

Der Verkauf der Versicherungssparte von Standard Life Aberdeen an die Phoenix Group ist bereits auf Schiene. Für das Geschäft und die Kunden des britischen Versicherers in Deutschland und Österreich wird das zumindest vorläufig keine Auswirkung haben, versichert Christian Nuschele, Vertriebsleiter für die beiden Länder im Gespräch mit FONDS exklusiv. Nach der Fusion von Standard Life und Aberdeen 2017 kam der Verkauf des Versicherungsgeschäfts etwas überraschend. "Aus unternehmerischer Sicht und aus Sicht der Aktionäre macht das schon Sinn, weil eine Konzentration auf die jeweiligen Bereiche ermöglicht wird. Langfristig werden beide Häuser von diesem Schritt profitieren", erklärt Nuschele. Bei Standard Life Aberdeen bleibt das Investmentgeschäft. Die Lebensversicherungen werden von Phoenix aber weiterhin unter der Marke "Standard Life" vertrieben. Am Brexit-bedingten Umzug der Zentrale von Edinburgh nach Dublin ändert die neue ebenfalls Kostellation nichts.

Österreich wird "future-ready"

Wie im Februar angekündigt startet Standard Life sein Seminarprogramm „Future Ready“ nun auch in Österreich. Der erste Workshop geht diese Woche über die Bühne. Insgesamt gibt es sechs Einheiten, die in den nächsten zwölf Monaten stattfinden werden. „Der erste Workshop befasst sich mit der unternehmerischen Vision, wie soll das Unternehmen in der Zukunft aussehen“, gibt Nuschele einen kleinen Einblick. "Wir hoffen, dass das Programm eine nachhaltige Wirkung auf unsere Vertriebspartner hat." Zwischen den ein- bis zweitägigen Einheiten sind auch Webinare vorgesehen. Das Gelernte soll sofort in der Praxis umsetzbar sein. In Deutschland wurden bereits die Zertifikate für die erste Runde von 42 Teilnehmer vergeben. „Die Reaktionen waren unterschiedlich, manche Berater haben ihr Geschäftskonzept grundlegend geändert, es gab aber auch solche, die sich dann entschieden haben ihre Tätigkeit gänzlich aufzugeben“, erzählt Nuschele. Letzteres sei aber eindeutig nicht das Ziel des Programms. „Man sieht aber, dass der Prozess durchaus ergebnisoffen ist. Wir drängen niemanden in eine bestimmte Richtung.“ Die nächsten Seminargruppen mit insgesamt 30 Teilnehmern werden nächste Woche starten. "Die Module werden laufend angepasst, das bisherige Fazit aus 'Future Ready' ist insgesamt positiv", so der Vertriebsleiter.

FAF setzt in Österreich um

In Österreich übernimmt die Fachakademie für Finanzdienstleister (FAF) der Wirtschaftskammer die Organisation der Seminareinheiten. Diese wurden an die rechtlichen und branchentypischen Gegebenheiten in Österreich angepasst. Neue Teilnehmer gehen in der erste Runde an den Start, im Herbst ist die nächste Runde mit maximal zwölf Teilnehmern geplant, wobei sich Interessierte für diese Plätze noch bewerben können. „Der Aufwand für die Vorbereitung und die Nacharbeitsphase ist relativ hoch aber wir sehen das als Investment in die Partnerschaft“, so Nuschele. Auf den Umsatz habe das in Deutschland jedenfalls keinen Einfluss gehabt, Ziel sei eine Verbesserung der Beratungsqualität.