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14.02.2018

Standard Life bringt eigenes Österreich-Produkt auf den Markt

Die fondsgebundene Rentenversicherung "B-Smart Invest" wurde vom schottischen Versicherer speziell für den österreichischen Markt konzipiert. Für die Berater verteilen sich die Provisionen auf die gesamte Laufzeit der Polizze.

Christian Nuschele, Vertriebsdirektor Standard Life

Christian Nuschele, Vertriebsdirektor Standard Life

Foto: Standard Life

In der Regel wird eine neues Versicherungsangebot von Standard Life von zunächst in Deutschland auf den Markt gebracht und dann im benachbarten Österreich. Bei der Rentenversicherung „B-Smart Invest“ ist es umgekehrt und es wurde erstmal ein eigenes Produkt für Österreich auf den Markt gebracht. Neu ist auch, dass die so genannte Zillmerung wegfällt. Dass heißt, die anfallenden Gebühren werden nicht in den ersten Jahren der Laufzeit verrechnet sondern über die gesamte Laufzeit verteilt. „Über 90 Prozent unserer Vertriebspartner haben sich für dieses Modell ausgesprochen. Die Berater erhalten dadurch laufende Vergütungen aus der Prämie“, erklärt Christian Nuschele, Vertriebsdirektor für Deutschland und Österreich von Standard Life, bei einem Besuch in Wien. Die Kosten machen etwa 5 bis 6 Prozent der Prämiensumme aus. Dafür entfällt die für Wertpapiereerträge zu zahlende Kapitalertragssteuer von 27,5 Prozent. „Die Vertriebspartner schätzen an dem Provisions-Modell, dass es das Verhältnis zwischen Berater und Kunden langfristig unterstützt wird. Das erleichtert die laufende Beratungsdienstleistung“, so Nuschele. Außerdem erhalten sie eine Bestandsprovision auf das Nettoanlagevermögen.

Das Produkt an sich ist eine fondsgebundene Rentenversicherung für die es ein Auswahl an Total-Return-Fonds von Standard Life Aberdeen Investments oder passiven ETFs von Vanguard gibt. Aus diesen kann risikoadjustiert ein Portfolion zusammengestellt werden. Am Ende der Laufzeit ist eine lebenslange Rentenzahlung, eine einmalige Kapitalabfindung oder eine Kombination aus beiden möglich.

Service wird neu aufgestellt

Angesprochenen auf die seit 2017 auftretenden Probleme im Service für Österreich sieht man sich bei Standard Life noch nicht am Ziel. „Es ist derzeit noch nicht besser geworden, aber wir konnten uns neu aufstellen. Die Aufgabenaufteilung zwischen dem Büro in Graz und der Zentrale in Frankfurt funktioniert besser. Es sind aber nicht alle Hausaufgaben erledigt“, muss Nuschele einräumen.

Nach Plan läuft es dafür bei der Anpassung an die Vertriebsrichtlinie IDD, die ab 1. Oktober in Geltung tritt. Erschwerend sei, dass weder in Österreich noch in Deutschland die erforderlichen Gesetze und Verordnungen unter Dach und Fach sind, meint der Vertriebsdirektor. Klar ist immerhin, dass in Deutschland die genaue Zusammensetzung der Kosten und Provisionen nicht ausgewiesen werden muss, lediglich deren Höhe. In Österreich gibt es noch nicht einmal einen Gesetzesentwurf dazu, allerdings hat die Wirtschaftskammer bereits angekündigt gegen jede nationale Verschärfung, die über IDD hinausgeht („Golden Plating“) zu lobbyieren.