Meldungen | Aktien
21.02.2011

Studie sieht Privatisierungspotenzial von 24 Mrd. Euro in Österreich

Die Wiener Börse rechnet bereits im Jahr 2011 mit weiteren Börsegängen staatsnaher Unternehmen 

Michael Buhl, Vorstand der Wiener Börse AG

Michael Buhl, Vorstand der Wiener Börse AG

Laut der Studie "Privatisierungspotenziale bei öffentlichen Unternehmen in Österreich" gibt es hierzulande, vor allem auf Bundesländerebene, einige Unternehmen, die über die Wiener Börse privatisiert werden und zur Belebung des österreichischen Kapitalmarktes beitragen könnten. Konkret sehen die Experten des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung folgende Privatisierungskandidaten auf Länderebene: Im Energiebereich die BEWAG, Energie Oberösterreich, Energie Steiermark, KELAG, Salzburg AG, TIWAG, Vorarlberger Illwerke und die Wien Energie. Im Verkehrsbereich besteht Potenzial bei den Flughäfen Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Salzburg. Zusätzlich gelten auf Bundesebene die Münze Österreich und die Bundesimmobiliengesellschaft als Privatisierungskandidaten. Eine Teilprivatisierung dieser Unternehmen - mit einem verbleibenden Staatsanteil von 25% + 1 Aktie - könnte dem österreichischen Kapitalmarkt ein IPO-Volumen von 19,9 Mrd. Euro bringen. Weiters besteht noch Potenzial durch Secondary Public Offerings der bereits über die Wiener Börse teilprivatisierten Unternehmen (Österreichische Post, Telekom Austria, OMV, Flughafen Wien, EVN und Verbund) in Höhe von 3,9 Mrd. Euro.
"Wir schätzen das aktuelle Marktumfeld sehr positiv ein und rechnen mit einigen Börsegängen in diesem Jahr. Dennoch wünschen wir uns auch von der Politik positive Signale, wie etwa eine künftige aktive Privatisierungsstrategie", meint Michael Buhl, Mitglied des Vorstandes der Wiener Börse AG und der CEE Stock Exchange Group. "Die Teil-Privatisierungen über die Wiener Börse in den letzten beiden Jahrzehnten waren sehr erfolgreich und haben den österreichischen Kapitalmarkt für Investoren und andere Emittenten attraktiver gemacht", so Buhl weiter. 
 
Berechnung mittels Discounted Cash Flow 
 
Grundlage für die Bewertung des Privatisierungspotenzials ist die sogenannte Discounted Cash Flow (DCF) Methode. Bei dieser Methode werden die Cash Flows der Unternehmen über mehrere Jahre hinweg betrachtet. Ein Durchschnittswert dieser Cash Flows wurde durch einen Diskontierungszinssatz dividiert, der die zu erwartende Geldentwertung widerspiegelt und eine Risikokomponente beinhaltet. Aus der Division "durchschnittlicher Cash Flow" durch "Diskontierungszinssatz" erhält man den Unternehmenswert, dies entspricht der üblichen Formel für die ewige Rente. Die ausgewiesenen (hypothetischen) Unternehmenswerte nach DCF-Berechnung basieren auf einem Kalkulationszinssatz von 5%. Dieser Wert korrespondiert mit dem aktuellen Kapitalmarktzins für langfristige Finanzierungen.