Meldungen | Anleihen
09.08.2012

US-Anleihe auf Popmusik-Erlöse

Die Verwertungsgesellschaft Sesac, die u.a. Bob Dylan unter Vertrag hat, will den Anlegern 5,25% Zinsen für ihr Kapital zahlen. Die Analysten von Standard&Poors haben ihre Zweifel.

Mit Musik viel Geld zu verdienen ist nur ganz wenigen vergönnt. Mitinbegriffen sind hier die Verwertungsgesellschaften, bei denen jedes Mal die Kassa klingelt wenn ein Song im Radio läuft oder ein Klingelton heruntergeladen wird. Sesac aus Nashville, die kleinste der drei US-Verwertungsgesellschaften, will nun eine Anleihe über 300 Mio. US-Dollar begeben, berichtet das Wall Street Journal. Die Anleger sollen 5,25% p.a. mit den Rechte-Erlösen der Sesac-Musiker verdienen, von denen Bob Dylan und Neil Diamond wohl die prominentesten sind. Andere Künstler von Sesac sind in Europa eher unbekannt.

Die Rating-Agentur Standard&Poors hat da offenbar Zweifel, ob sich das ausgehen wird, und bewertete die Anleihe mit BBB-, also nur knapp mit Investment-Grade. Musikbegeisterte Anleger und Dylan-Fans im besonderen dürfte das wohl nicht abhalten, sich einige Anleihen zu sichern und auf die vergleichsweise hohen Zinsen zu hoffen. Zunächst werden aber nur institutionelle Investoren bedient, die die Anleihen dann an andere Anleger weitergeben können.