Meldungen | Marktkommentar
09.05.2018

US-Arbeitslosenrate und Euro-Inflation im Tiefflug

Michael Jensen, Executive Vice President der Fondsplattform Moventum, blickt auf den April zurück und fasst die Entwicklung der wichtigsten Marktindikatoren für die USA und die Eurozone zusammen.

Michael Jensen, Executive Vice President Moventum

Michael Jensen, Executive Vice President Moventum

Foto: Noelke

In der vergangenen Woche wurden die US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten für den April veröffentlicht. Diese unterstrichen die anhaltende Stärke der US-Konjunktur. Die neu geschaffenen Stellen lagen mit 164.000 ungefähr im Rahmen der Erwartungen, während die Arbeitslosenquote auf 3,9 Prozent zurückging – ein 17-Jahrestief. Etwas schwächer als erwartet stiegen die durchschnittlichen Stundenlöhne. Hier betrug der Anstieg 2,6 statt der erwarteten 2,7 Prozent. Damit dürften die Inflationsgefahren weiterhin eher gedämpft sein und der Zinsanstieg in den USA in seiner graduellen Form fortgeführt werden. Bei ihrer Sitzung im Mai beließ die US-Notenbank den Zinskorridor unverändert, aktuell gehen die Marktteilnehmer von einer nächsten Erhöhung im Juni aus. Leichte Rückgänge von ihren Höchstständen mussten die ISM-Indizes verkraften. Der Index für das verarbeitende Gewerbe gab auf 57,3 Punkte nach, der entsprechende Index für den Dienstleistungssektor musste einen Rückgang auf 56,8 Punkte verkraften. In der Eurozone fiel das BIP für das erste Quartal mit +0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal etwas schwächer aus als erwartet. Auch die Konsumentenpreisentwicklung in der Eurozone zeigt sich weiterhin nur verhalten. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Preise laut offizieller Messung nur um 1,2 Prozent. Die Kernrate gab sogar von 1 auf 0,7 Prozent nach und liegt damit nur noch knapp über dem Allzeittief von 0,6 Prozent.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent blieb relativ konstant und schloss auf einen Niveau von 74,87 US-Dollar. Dieser legte gegenüber dem Euro deutlich um 1,4 Prozent zu und steht nun bei 1,19 Euro/US-Dollar. Gegenüber dem japanischen Yen verlor der Euro 1,4 Prozent.

Aktien

In diesem Umfeld entwickelten sich die globalen Aktienmärkte in Summe abermals positiv. Aus Sicht des Euro-Anlegers schnitt der US-amerikanische Aktienmarkt, gefolgt vom japanischen und europäischen, am besten ab. Innerhalb Europas entwickelte sich die Eurozone überdurchschnittlich und Titel aus den Emerging Markets schnitten wiederholt schwächer ab als Werte aus den Industrienationen. Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: In Europa entwickelten sich die Sektoren IT, Versorger und Industrie am besten. Eine Underperformance zeigten hingegen die Bereiche Telekom, nicht-zyklischer Konsum und Finanzen. In den USA gehörten Titel aus den Sektoren IT, Rohstoffe und Energie zu den größten Gewinnern, während Aktien aus den Bereichen Telekom, Gesundheit und Finanzen eine Underperformance gegenüber dem breiten Markt aufwiesen. Kleinkapitalisierte Werte (Small Caps) schnitten gegenüber Large Caps sowohl in den USA als auch in Europa besser ab. Hinsichtlich der Investmentstile „Value“ und „Growth“ entwickelte sich sowohl in Europa als auch in den USA das Growth-Segment besser als Value-Aktien.

Anleihen

Im Rentenbereich entwickelten sich Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating am besten, gefolgt von Staatsanleihen und Hochzinsanleihen, die jeweils negativ abschnitten. Anleihen aus den Schwellenländern wiesen sowohl im Hartwährungs- als auch im Lokalwährungsbereich negative Renditen auf.