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29.11.2011

VAI-Investorentagung mit selbstkritischen Tönen

Fachvorträge und ein Diskussionspanel befassten sich mit den geänderten Investmentmöglichkeiten für institutionelle Anleger.

 

Die Vereinigung Alternativer Investments (VAI) startete vergangene Woche ihre neue Veranstaltungsserie für institutionelle Investoren. Unsichere Staatsanleihen und Aktienkurse, die Europäische Schuldenkrise, volatile Rohstoffmärkte und Euroschwäche bereiten derzeit auch institutionellen Kapitalanlegern Kopfzerbrechen. „Auf der Suche nach Renditen können Alternative Investments gerade jetzt überzeugende Lösungsansätze bieten und daher wird ihre Gewichtung in den Portfolios von Großanlegern oftmals erhöht“, so Martin Greil, Generalsekretär der Vereinigung Alternativer Investment, zum Tenor der 1. VAI Fachtagung für institutionelle Investoren.

Das Gastreferat von Alexander Mende, Director Research bei RPM Risk & Portfolio Management AB, erklärte den Terminus “Crisis Alpha”, nämlich jene die Rendite, die sich erwirtschaften lässt, indem multiple Trends, die in Zeiten von Finanzmarktkrisen auftreten, ausgenutzt werden. Managed Futures eignen sich besonders für diese Strategie, u.a. weil es keinerlei Asymmetrien zwischen Long und Short Positionen gibt. Die ersten drei Fachvorträge widmeten sich den Herausforderungen im Anleihemanagement im aktuellen Marktumfeld, der für Pensionskassen und Versicherungen besonders in einem Umfeld dauerhafter Niedrigzinsen problematischen Wiederveranlagung und der Bedeutung des risikolosen Zinssatzes in der modernen Asset Allokation.

 

"Das Vertrauen der Investoren wurde vielfach missbraucht“

 

Das Spektrum des zweiten Fachvortragsblocks spannte sich von der Funktionsweise neuer Alternative Investments wie Managed Accounts und UCITS-Produkte über Rohstoffinvestments, die sich nicht nur zur Diversifikation, sondern auch zum Absichern gegen steigende Inflation eignen, bis hin zu den Auswirkungen von Solvency II auf die Kapitalanlage von Versicherungen und Pensionskassen sowie auf die Kapitalmärkte allgemein, da nach den derzeitigen Plänen der Europäischen Kommission Solvency II nicht nur 2014 für Versicherer eingeführt wird, sondern zu einem späteren Zeitpunkt und in abgewandelter Form auch für Pensionskassen und andere Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge.

Den Abschluss bildete eine Paneldiskussion unter dem Titel „Wie veranlagt der institutionelle Investor im Jahr 2020?“, die sich mit den Veränderungen der gesetzlichen Veranlagungsmöglichkeiten aufgrund des aktuellen Paradigmenwechsels bis 2020 beschäftigte. Constantin Veyder-Malberg, Vorstand derCapital Bank, eröffnete die Runde mit Kritik an der Branche: "Das Vertrauen der Investoren wurde vielfach missbraucht. Da hilft nur mehr freiwillige Transparenz, offenes Ansprechen und Beseitigen von Fehlern im Umgang mit Interessenkonflikten“. Für das Panel aus Vertretern der Anbieter, Investoren und aus dem regulatorischen Bereich waren bei der Frage „Wie setzt sich ein ideales Portfolio im Jahr 2020 zusammen?“ Trust Management, Inflationsschutz, Transparenz und Regulierung die bestimmenden Themen.

Aufgrund des regen Interesses werde die Veranstaltungsserie im Frühjahr 2012 fortgesetzt, kündigte der VAI an.