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27.06.2011

Vermögende Kunden gehen immer noch auf Nummer sicher

Der 15. World Wealth Report sieht bei großen Vermögen weiterhin Bedarf an konservativen Anlagen und mehr Transparenz. 

Vermögensverwaltungsgesellschaften und -berater müssen ihr Angebot verbreitern und besser integrieren, um die komplexen Anforderungen der heutigen "High Net Worth Individuals" (HNWI, Personen mit über 1 Million US-Dollar anlagefähigem Vermögen) erfüllen zu können. Dies geht aus dem 15. World Wealth Report hervor, der von Merrill Lynch Global Wealth Management und Capgemini vorgelegt wurde. Ein "Enterprise Value"-Konzept sei im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld besonders wichtig, denn HNW-Kunden erwarten von ihren Beziehungen mit Vermögensverwaltungsgesellschaften und -beratern eine nachhaltigere und umfangreichere Wertschöpfung als in den Jahren vor der Krise, als das Hauptaugenmerk noch auf Gewinnmaximierung lag. Deshalb müssen Vermögensverwaltungs- und -beratungsfirmen ihren HNW-Kunden jetzt helfen, den komplexen Mix aus Zielen, Vorbehalten und Prioritäten kompetent zu handhaben.
"Zwar stellt sich auf den globalen Finanzmärkten allmählich wieder ein gewisses Gefühl von Normalität ein, doch wurden die HNWIs von den Folgen der Krise erheblich in Mitleidenschaft gezogen", meint Peter Schmid, General Manager & CEO Merrill Lynch Bank (Suisse) S.A. "Ohne Zweifel haben zahlreiche HNW-Kunden ihre Anlage- und Lebensziele überdacht und wägen jetzt sehr bewusst die Risiken ab, die sie zu akzeptieren gewillt sind, um diese Ziele zu erreichen. Die Beratungsfirmen müssen ihre ganzes Können einsetzen, um integrierte Lösungen für die komplexen Anforderungen der HNWIs nach der Krise bereitzustellen." 

 

 Kunden bleiben vorsichtig

 

Im Jahr 2010, als sich die Finanzmärkte und Volkswirtschaften rund um den Globus zu erholen begannen, bekundete eine deutliche Mehrheit der HNW-Kunden Vertrauen zu ihren Vermögensverwaltungsgesellschaften und -beratern. Diese positive Bewertung stand in deutlichem Gegensatz zum Jahr 2008, als fast die Hälfte der HNW-Kunden fehlendes Vertrauen äußerte. Rein psychologisch betrachtet, zeige die Krise jedoch nach wie vor Auswirkungen auf die Anleger, wie das leicht zögerliche Verhalten der HNWIs bei der Zuweisung von Kapital beweise: "Zwar nahmen HNWIs gegen Ende 2010 durchaus kalkulierte Risiken auf sich, um höhere Gewinne zu erzielen, doch herrschte weltweit immer noch die Tendenz vor, das Vermögen in erheblichem Umfang in eher konservativen Anlageformen wie festverzinslichen Wertpapieren, Barmitteln und äquivalenten Anlagen zu sichern", weiß Gregor Erasim, Vice President bei Capgemini."
Unter dem Eindruck der starken Marktfluktuationen während der Krise bezeichneten 42% der HNWIs die Kapitalerhaltung als "extrem wichtig", und weiteren 46% war diese Zielsetzung zumindest "wichtig". Zudem wird ein effektives Portfoliomanagement von 49% der HNWIs als "wichtig" und von 30 % als "extrem wichtig" erachtet. Im Zeichen der Krise sind diese Anforderungen in den Vordergrund getreten, und die Prioritäten haben sich verlagert oder wurden neu gesetzt; großer Wert wird jetzt auf spezialisierte Beratung (für 48% "wichtig, für 25 % "extrem wichtig") sowie auf die Transparenz von Rechnungen und Gebühren gelegt (für 42% "wichtig", für 34% "extrem wichtig").
Den Vermögensberatern empfiehlt der Report einen integrierten, spartenübergreifenden Ansatz zu verfolgen ("Enterprise Value") und verschiedene Leistungspotenziale wirtschaftlich zu nutzen bzw. zu, auch solche, die in anderen Geschäftseinheiten oder Sparten angesiedelt sind, z. B. in der Geschäftsbank, der Privatkundenbank oder der Investmentbank. "Substanzielle Nutzenvorteile für HNW-Kunden wie eine bessere Harmonisierung und konsequente Strukturierung von Dienstleistungsangeboten, Zugang zu einer breiteren Auswahl an Ressourcen und Leistungen sowie neue Anlageoptionen sind wichtige Differenzierungsmerkmale am Markt", meint CEO Schmid. "Das erfordert eine Flexibilität und Reaktionsfähigkeit, die vielen Vermögensberatern erhebliches Umdenken abverlangt."