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14.10.2011

Vier von zehn sorgen vor

Der Lebensversicherer Skandia hat die 2. Auflage seiner Studie zum Vorsorgeverhalten in Österreich präsentiert.

Gerhard Hopfgartner Skandia-Vorstand

Gerhard Hopfgartner Skandia-Vorstand

Nur vier von zehn Österreicherinnen und Österreichern haben sich bereits intensiv mit dem Thema Vorsorge auseinandergesetzt und sorgen gezielt vor, um den Lebensstandard in der Pension halten zu können. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Bewusstsein jedoch deutlich gestiegen, 2010 sorgte erst ein Drittel vor. Das Wissen der Bevölkerung über die Höhe der eigenen Pension ist allerdings bescheiden. 57% der Befragten haben keine Ahnung, und davon wollen sich 34% vorerst auch gar nicht auseinandersetzen. Das sind einige der Ergebnisse der jährlichen repräsentativen Skandia-Vorsorgestudie, die in Zusammenarbeit mit GfK durchgeführt wurde. 1.000 Personen wurden dabei per Telefoninterview befragt.

„Verdrängung lautet das Stichwort, wenn es um das Thema zukünftige Pension geht: Für Herrn und Frau Österreicher ist zwar klar, dass es eine beträchtliche Differenz zwischen ihrem letzten Gehalt und der gesetzlichen Pension geben wird. Mit der Höhe der Pension bzw. der Größe dieses Lochs hat sich der Großteil bis jetzt aber nicht auseinandergesetzt“, erklärt Skandia-Vorstand Gerhard Hopfgartner. 68% der Österreicher haben sich 2011 zumindest schon einmal mit Vorsorge für die Pension beschäftigt. Der Prozentsatz jener, die hier keinen Handlungsbedarf sehen, beträgt 34%. „Die Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren ist hier Spitzenreiter: 58% sorgen vor“, gibt Alexander Zeh, Leiter Client Services bei GfK, einen Einblick in die Daten.

 

Höhe der zukünftigen Pension weitgehend unbekannt

 

Nur 12% der Befragten gaben auf die Frage „Inwieweit haben Sie sich schon mit der Höhe Ihrer Pension beschäftigt“ an, ganz genau zu wissen, welchen Betrag sie später erhalten würden. Weitere 9% haben zumindest eine ungefähre Ahnung, wie hoch ihre Pension ausfallen würde. Weit mehr als die Hälfte (57%) weiß jedoch überhaupt nicht, welche Pension sie im goldenen Lebensherbst zu erwarten hat. 34% gaben zudem an, sich damit erst einmal auch gar nicht auseinandersetzen zu wollen. Auch der Anteil jener, die zur Frage „keine Angabe“ machen wollten, war mit 21% hoch. „Die Verweigerung, sich mit seiner zukünftigen Pension zu befassen, deutet darauf hin, wie unangenehm vielen dieses Thema ist und wie viel Unsicherheit auf diesem Gebiet doch herrscht. Besonders für junge Menschen ist die Pension natürlich auch noch recht fern. Während jeder Zweite unter 35- Jährige die Konfrontation mit der finanziellen Zukunft ausblendet, ist es bei den über 35- Jährigen nur noch jeder Vierte“, erklärt Zeh.

 

500 Euro Differenz

 

Die Frage, wie hoch die Österreicherinnen und Österreicher die Differenz zwischen dem letzten bezogenen Einkommen und der staatlichen Pensionsleistung einschätzen, teilt die Bevölkerung in zwei Lager. Über ein Drittel (38%) kann dazu gar keine Auskunft geben. Für 22% bewegt sich dabei das Pensionsloch zwischen 301 und 500 Euro, 19% gehen optimistisch von 0-300 Euro Pensionsloch aus, 21% von einem höheren Betrag zwischen 501 Euro und „mehr als 1.000 Euro“. Der Mittelwert des geschätzten Pensionslochs pendelt sich bei rund 500 Euro ein. „Diese Zahlen zeigen: Die Höhe des Pensionslochs ist für einen Großteil der Bevölkerung sehr schwer einzuschätzen“, so Hopfgartner, der darin dringenden Aufklärungsbedarf sieht: „Wir möchten verstärkt den Mut bei der Bevölkerung wecken, sich mit der finanziellen Zukunft auseinanderzusetzen.“