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12.05.2022

Was Impact Investing kann

Sarah Norris, Fondsmanagerin des Global Equity Impact Fund bei abrdn, zeigt auf, wie Anleger mit ihren Investments eine Wirkung erzielen können.

Sarah Norris, abrdn

Sarah Norris, abrdn

abrdn

Der Ressourcenverbrauch der Menschen steigt in erschreckendem Maße und die Auswirkungen auf Biodiversität, Umwelt und Klima sind verheerend, meint Sarah Norris, Investment Director und Fondsmanagerin des Global Equity Impact Fund bei abrdn, in einem aktuellen Marktkommentar. Dabei habe jeder Einzelne mit Investments, die auf eine positive Wirkung abzielen (Impact Investing), die Möglichkeit, das Verhalten von Unternehmen zu beeinflussen. „Auf diese Art kann Kapital weg von den größten Umweltsündern hin zu Unternehmen, die sich um nachhaltige Lösungen bemühen, gelenkt und dabei zugleich eine finanzielle Rendite erzielt werden.“

Obwohl der Klimawandel, die mangelnde Nachhaltigkeit von Produktion und Verbrauch, der Verlust der Biodiversität sowie weitere Themen erhebliche gesellschaftliche Risiken darstellen, würden sich damit für Unternehmen auch Chancen eröffnen. „Der Trend zu LEDs, grüner Energie und deutlich weniger Plastik bietet Unternehmen Chancen, die sich in Erträge verwandeln lassen. Solche Erträge leisten also einen Beitrag zur Bewältigung der wichtigsten Umweltprobleme“, so Norris.

Ausbau erneuerbarer Energien

China, die USA und Indien seien die größten Treibhausgasemittenten der Welt. Um die Emissionen zu senken, spiele der Ausbau der Infrastruktur für erneuerbare Energien eine zentrale Rolle. Ein Problemlöser sei NextEra Energy Resources, der weltweit größte Entwickler von erneuerbaren Energien. Das in den USA ansässige Unternehmen generiere pro Jahr 23 Gigawatt (GW) saubere Energie und verbessere so den Energiemix des Landes – weg von schmutzigen Energieträgern. Ein weiteres Beispiel sei Azure Power: Es hätte das Potenzial, den Ausbau erneuerbarer Energien in Indien voranzutreiben. „Der Solarstromproduzent Azure Power besitzt mehr als 7 GW an Kapazität, die den Energiebedarf von staatlichen Versorgungsunternehmen und gewerblichen Kunden decken.“ Um den Zugang zu Solarenergie zu erleichtern, wolle das Unternehmen die Kosten senken und sich aktiv auch anderen aufkommenden Technologien widmen, wie etwa grünem Wasserstoff.

Reduktion des Wasserverbrauchs

Neben Energie sei Wasser ein wichtiges Thema. “Die Modebranche verursacht 20 Prozent der weltweiten Wasserverschmutzung und verbraucht pro Jahr rund 79 Milliarden Kubikmeter Wasser– das entspricht 10.000 Litern pro Kopf.“ Das Unternehmen Kornit Digital revolutioniere mit seiner digitalen, wasserlosen Drucktechnik die Textilindustrie. Die Druckmaschinen des Unternehmens nutzen ein Verfahren, das gänzlich ohne Wasser auskomme und die Produktion näher an den Endkunden bringe. „So lassen sich überschüssige Lagerbestände reduzieren, denn die Hersteller können Textilien nach Auftrag und nicht auf der Basis einer geschätzten Nachfrage fertigen. In den USA werden rund 85 Prozent der Textilien weggeworfen und verursachen somit einen hohen Anteil der Deponieabfälle. Die Reduzierung des Wasserverbrauchs und der Textilabfälle in Deponien sind nur zwei Beispiele für positive Veränderungen, die Kornit vorantreibt“, zeigt sich Norris erfreut.

Lösungen in der Landwirtschaft

„Die Lebensmittelproduktion ist eine der wichtigsten Ursachen für den Verlust der Biodiversität. Zusammen genommen verursachen Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion 30 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen“, sagt Norris. Koninklijke DSM, ein niederländisches Life Sciences- und Material Sciences-Unternehmen, bemühe sich um eine grünere Landwirtschaft. Mit dem Projekt „Clean Cow“ solle der Methanausstoß von Milchvieh durch Nahrungsergänzungsmittel um 30 Prozent reduziert werden. Darüber hinaus entwickele das Unternehmen Eubiotika zur Förderung der Magen-Darm-Gesundheit bei Tieren und reduziere so den Bedarf an Antibiotika. Ein weiteres Projekt sei die Entwicklung einer Hefe zur Erhöhung der Energiegewinnung aus maisbasiertem Biokraftstoff.

Investments in die Zukunft

Dies seien nur einige Beispiele dafür, dass an der Lösung von Herausforderungen wie dem Klimawandel, dem Verlust der Biodiversität und der Umweltverschmutzung bereits gearbeitet werde. „Das Licht auszuschalten, einen Baum zu pflanzen und Abfall zu recyceln, sind alles wichtige Beiträge, die jeder Einzelne leisten kann. Aber Anlagen in Unternehmen, die Veränderungen in Gang bringen, haben ebenfalls eine weitreichende Wirkung, die uns der Welt von morgen ein Stück weit näherbringt“, betont Norris.