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31.01.2018

Weiter Zulauf für Crowdfunding-Plattformen

Auch 2017 verbuchten die heimischen Crowdfunding-Anbieter ein Rekordjahr. Laut einer Analyse des Vergleichsportals CrowdCircus.com konnte das Investitions-Volumen um 46,8 Prozent zulegen. Mehr als 200 Projekte wurden hierzulande vom Schwarm finanziert.

Foto: Schottner/pixelio

Von Fußball-Klubs, Weingütern, Photovoltaik-Produzenten bis hin zu Immobilien-Projekten: Immer öfter setzen österreichische Unternehmen als Finanzierungsalternative auf die Finanzierung durch einen Schwarm vieler Kleinstanleger, die "Crowd". Laut aktuellen Daten des unabhängigen Crowdfunding- und Crowdinvesting-Vergleichsportals CrowdCircus.com konnten österreichische Plattformen im Kalenderjahr 2017 ein aggregiertes Projektvolumen von 28,8 Millionen Euro finanzieren. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Marktwachstum von 46,8 Prozent (Gesamtmarktvolumen 2016: 19,6 Millionen Euro). Noch im Jahr 2014 konnte die gesamte österreichische Crowdfunding-Branche lediglich 4,1 Millionen Euro abwickeln. Seit 2012 wurden 65,8 Millionen Euro in oft kleine Projekte investiert, die nicht nur kommerzieller Natur waren. Die Plattformen "Firstcap" sowie "Finnest" sind in der Analyse aufgrund abweichender Geschäftsmodelle und Funktionsweisen bewusst nicht berücksichtigt worden.

Rendite‐fokussiertes Crowdinvesting dominiert

So wird auch Spenden‐ und Belohnungs‐basiertes Crowdfunding von einigen österreichischen Anbietern abgewickelt, aber spielt beim Volumen eine untergeordnete Rolle. Hier greifen österreichische Projektinitiatoren in der Regel auf größere und international besser vernetzte Crowdfunding-­‐ Plattformen wie Kickstarter zurück. Nur etwa jeder zehnte Euro, der 2017 in das Projekt einer österreichischen Crowdfunding-­‐Plattform geflossen ist, konnte von CrowdCircus.com diesen Kategorien zugeordnet werden. Knapp 26,5 Millionen Euro beziehungsweise 92 Prozent flossen in Profit-orientierte „Crowdinvesting“-Projekte. Das umfasst sowohl Eigenkapital‐, Anleihe‐ und Hybridkapital‐Projekte.

Dazu gehören auch die Top-­‐15 der volumenstärksten Crowdfunding-­‐Projekte 2017 mit Ausnahme des von der Plattform „1000x1000“ durchgeführten Belohnungs-­‐Projektes „Ausbau des Weinguts Dürnberg in Falkenstein“. Mit einem Projektvolumen von mehr als 1,2 Millionen Euro befindet sich das von den Ex-Skirennläufern Herrmann Maier und Rainer Schönfelder beworbene Tourismus-Projekt „COOEE alpin Hotels“ auf Rang 1 der größten Schwarmfinanzierungsprojekte 2017. Das Projekt wurde, ebenso wie drei weitere Top-­‐15 Projekte, von der österreichischen Plattform „Conda“ durchgeführt.

Immobilien waren 2017 am meisten gefragt

Insgesamt 18 unterschiedliche österreichische Crowdfunding-­‐Plattformen waren laut CrowdCircus.com im Jahr 2017 mit Projekten aktiv am Markt vertreten. Knapp drei Viertel des Gesamtmarktvolumens entfiel dabei auf die Top-­‐5 Plattformen Conda (Platz 1), dagobertinvest (Platz 2), Home Rocket (Platz 3), Green Rocket (Platz 4) und Rendity (Platz 5). Immobilien-­‐Crowdinvesting-­‐Projekte stehen zunehmend im Fokus Besonders beliebt waren im vergangenen Jahr Immobilien-­‐Crowdinvesting-­‐Projekte: 13,8 Millionen Euro konnten allein diesem Segment zugeordnet. Der Markt wird aktuell von fünf spezialisierten Plattformen bedient, die 2017 insgesamt 45 Projekte abwickeln konnten.