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28.02.2019

Weltweite Dividenden erreichten 2018 ein Rekordniveau

In Deutschland stiegen sie 2018 sogar um 25% auf 47,5 Mrd. US-Dollar, besagt der aktuellen Janus Henderson Global Dividend Index. Daimler, BMW, SAP, Volkswagen und E.ON tragen rund die Hälfte zum Dividendenwachstum bei.

Foto: Bork/pixelio

Die weltweiten Dividenden erreichten 2018 ein neues Rekordniveau, und die Ausschüttungen im vierten Quartal waren trotz der schwierigeren Bedingungen an den Aktienmärkten sehr erfreulich, wie aus dem aktuellen Janus Henderson Global Dividend Index (JHGDI) hervorgeht. Die unbereinigten (absoluten) Dividendenzahlungen erhöhten sich um 9,3% auf 1,37 Billionen US-Dollar. Das bereinigte Wachstum, das von Janus Henderson bevorzugte Barometer für das Dividendenwachstum, war mit 8,5% so hoch wie zuletzt 2015 und lag über dem langfristigen Trend von 5% bis 7%. Bei fast neun von zehn Unternehmen weltweit stiegen die Dividenden oder blieben stabil. In 13 Ländern wurden Rekordausschüttungen verzeichnet, unter anderem in Deutschland, den USA, Kanada und Russland. Bei Janus Henderson erwartet man für 2019 einen weiteren Anstieg der Dividenden um 3,3%. Das entspräche einem bereinigten Wachstum von 5,1%. Sehr gute Ergebnisse lieferten die Schwellenländer, Nordamerika und Japan, während Europa deutlich schwächer abschnitt.

Deutschland holt auf

Besonders herausragende Ergebnisse verzeichnete Deutschland. Zwischen 2009 und 2017 waren die Ausschüttungen der deutschen Unternehmen deutlich langsamer gewachsen als im weltweiten Durchschnitt. Im Jahr 2018 war das Bild völlig anders: Die Dividenden stiegen um ein Viertel auf die Rekordsumme von 47,5 Milliarden US-Dollar. Der Wechselkurseffekt war in Deutschland besonders stark – durch ihn erhöhte sich das unbereinigte Wachstum um 9,4 Prozentpunkte. Auch Sonderdividenden leisteten einen bedeutenden Beitrag. Das bereinigte Wachstum fiel mit 9,1% etwas bescheidener aus, es handelt sich aber dennoch um ein Ergebnis, in dem sich die hohen Gewinne der deutschen Industrie widerspiegeln. Daimler, BMW, SAP, Volkswagen und E.ON SE steuerten rund die Hälfte zum Dividendenwachstum in Deutschland bei. Nur ein Unternehmen in unserem Index, die Deutsche Bank, senkte seine Ausschüttung, und zwar auf 11 Cent pro Aktie (von 75 Cent vor drei Jahren). Das Geldinstitut befindet sich noch immer im Prozess der Restrukturierung und leidet unter seiner Bilanzschwäche. Deutschland überholte im vergangenen Jahr die Schweiz in der Rangordnung der weltweit größten Dividendenzahler.

Europa und USA

Auf europäischer Ebene stiegen die Dividenden gemächlicher – das bereinigte Wachstum betrug 5,4%. Gründe dafür sind insbesondere ein geringes Wachstum in der Schweiz und eine erhebliche Dividendenkürzung bei Anheuser Busch in Belgien. Doch auch für Europa war 2018 kein schlechtes Jahr: Neun von zehn europäischen Unternehmen erhöhten ihre Ausschüttungen. Nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich, Spanien und Italien schnitten gut ab. Das absolute Wachstum profitierte deutlich von positiven Wechselkurseffekten in der ersten Jahreshälfte. Die Rekordausschüttungen von 468,9 Milliarden US-Dollar in den USA bedeuteten ein Plus von 7,8% gegenüber dem Vorjahr (auf bereinigter Basis). Maßgeblich trugen dazu Banken, Gesundheits- und Technologieunternehmen bei. Nur jedes 25. US-Unternehmen senkte die Dividende. Noch besser waren die Ergebnisse in Kanada, was insbesondere auf hohe Ausschüttungen von Ölkonzernen und Banken zurückzuführen war. Unter den großen Industrienationen verzeichnete das Land das höchste Dividendenwachstum. Das zweitstärkste Wachstum war dank höherer Unternehmensgewinne und steigender Ausschüttungsquoten aus Japan zu vermelden.

China und Russland wieder oben auf

Nach einem schwachen 1. Quartal verzeichneten die Dividenden in den Schwellenländern während des übrigen Jahres eine kräftige Erholung. Insgesamt erhöhten sie sich 2018 um imposante 15,9% (auf bereinigter Basis). Russland leistete dazu den größten Beitrag, auch in China legten die Dividenden stark zu.

Weltweit verzeichnete die Bergbaubranche 2018 das höchste Dividendenwachstum. Nach den vorangegangenen Kürzungen hoben die Unternehmen ihre Ausschüttungen nun wieder an. Davon profitierte besonders das Vereinigte Königreich, wo viele dieser Titel notiert sind. Die Dividenden im Bankensektor, der im Branchenvergleich am meisten zu den globalen Ausschüttungen beiträgt, stiegen auf bereinigter Basis um 13,6%, während bei den Ölunternehmen sogar ein Plus von 15,4% registriert wurde. Das Schlusslicht bildete der Telekommunikationssektor, wo die Ausschüttungen in der Hälfte der Länder in unserem Index stagnierten oder sanken.

Janus Henderson erwartet für 2019 ein bereinigtes Dividendenwachstum von 5,1%. Das entspricht einem unbereinigten Wachstum von 3,3%, dies unter der Annahme, dass die aktuellen Wechselkurse das ganze Jahr unverändert bleiben. Demnach würden die weltweiten Unternehmen in diesem Jahr 1,4 Billionen US-Dollar an ihre Aktionäre ausschütten. „Die Gewinnerwartungen der Unternehmen sind angesichts schwächerer Vorhersagen für die Weltwirtschaft gesunken. Allerdings rechnen die meisten Beobachter für 2019 dennoch mit einem positiven Ertragswachstum. Auf jeden Fall sind die Dividenden deutlich weniger volatil als die Unternehmensgewinne, insofern beurteilen wir die Aussichten für ertragsorientierte Anleger weiterhin optimistisch“, sagt Ben Lofthouse, Head of Global Equity Income bei Janus Henderson. „In mehreren Branchen wie Bergbau, Öl- und Bankensektor normalisieren die Unternehmen ihre Dividendenzahlungen nach einer Phase geringer oder gestrichener Ausschüttungen. Zudem ist zu beobachten, wie sich bei einigen der größten Technologieunternehmen zunehmend eine Dividendenkultur herausbildet.“