Meldungen | Altersvorsorge, Lebensversicherungen
02.03.2016

Wer bietet mehr bei der kapitalgedeckten Altersvorsorge?

Das Maklerunternehmen Vero erstellte erstmals einen Marktvergleich der österreichischen Lebensversicherer, der den Fokus auf die Gewinnanteile und deren Zuweisung richtet.

Manfred Reinalter, Geschäftsführer Vero

Manfred Reinalter, Geschäftsführer Vero

Foto: Vero

Die Anbieter am Markt lassen sich demnach in drei wesentliche Gruppen einteilen, die in Bezug auf die Garantie-bzw. Gesamtverzinsung, sowie Rückkaufsabschläge oder Gewinnbeteiligung unterschiedliche Wege gehen. „Für die Kunden schafft der Marktvergleich eine wichtige Orientierungshilfe und zusätzliche Transparenz in Bezug auf die Komplexität der angebotenen Verträge“, sagt Vero-Geschäftsführer Manfred Reinalter. „Für einen aussagekräftigen Marktvergleich reicht es heute nicht mehr, den Bestbieter anhand der Kriterien Bonität, Kosten, Renditeberechnungen oder Leistungsparameter alleine zu bewerten. Ab heuer gilt es zusätzlich, tief in die Materie des Deckungsstocks, der Garantiewerte und der Gewinnzuweisungen einzusteigen, da die Lebensversicherer am österreichischen Markt auf das anhaltende Niedrigzinsumfeld mit unterschiedlichen Strategien reagiert habe.“


Die Gesamtverzinsung klassischer Lebensversicherungsverträge besteht aus den beiden Komponenten Garantiezinssatz und Gewinnbeteiligung. Der höchst zulässige Garantiezinssatz für Neuverträge ist per Höchstzinssatzverordnung von der FMA mit aktuell 1% festgelegt. Die mögliche Gewinnbeteiligung in der Lebensversicherung hat unterschiedliche Quellen. In der Praxis erwirtschaften Versicherer höhere Erträge am Kapitalmarkt als der Garantiezinssatz („Zinsgewinn“). Darüber hinaus können Überschüsse aus tatsächlichen versus kalkulatorischen Kosten (“Kostengewinn“), sowie aus Risikoprämien anhand einkalkulierter versus tatsächlicher Risiko-Sterblichkeitsverläufe („Risikogewinn“) erzielt werden.



Reaktionen auf das andauernde Niedrigzinsumfeld



Die Reaktionen der österreichischen Lebensversicherer auf die anhaltende Niedrigzinsphase variieren im Portfolio der Lebensversicherung von der Senkung der Gesamtverzinsung, über die Reduktion des höchstmöglichen Garantiezinses, bin hin zu neuen Gewinnbeteiligungssystemen. Insbesondere bei den großen Lebensversicherern im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge sind die zunehmende Diversifikation und die unterschiedlichen Zugänge gut erkennbar. Bereits im Vorjahr gab es Versicherer, die klassische Lebensversicherungen mit 0% Garantiezins, dafür aber mit einer höheren Gewinnbeteiligung am Markt einführten. Andere wiederum bieten zwar die höchstmögliche Garantieverzinsung von 1%, allerdings eine dafür deutlich niedrigere Gewinnbeteiligung als der Marktdurchschnitt. „Wir empfehlen uneingeschränkt nur jene Versicherer, die auch zukünftig den Weg der Höchststandgarantie gehen. Diese hat sich in der Lebensversicherung über Jahrzehnte bewährt, ist bei vergleichbaren Produkten am Kapitalmarkt nur schwer zu finden und gibt dem Kunden jene Sicherheit, die im Kapitalaufbau zur Altersvorsorge auch notwendig ist“, zieht sein Reinalter Resümee. „Die Wahl zwischen höchstmöglichem und reduziertem Garantiezins im Austausch mit einer erhöhten Gewinnbeteiligung, sehen wir als interessante Alternative für den Kunden, der damit je nach Risikoneigung das für sich passende Produkt wählen kann.“