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09.09.2021

Wie geht es mit Japans Aktienmarkt weiter?

Premierminister Yoshihide Suga ist zurückgetreten. Das könnte kurzfristig zu Unsicherheiten führen, meint Dan Hurley von T. Rowe Price. Langfristig räumt Hurley Japans Börse reichlich Potential ein.

Dan Hurley, T. Rowe Price

Dan Hurley, T. Rowe Price

T. Rowe Price

Die Amtszeit von Premierminister Yoshihide Suga - Abes Nachfolger – endet im September, weshalb vor Dezember allgemeine Wahlen stattfinden müssen, betont Dan Hurley, Japan Equity Associate Portfolio Specialist beim Vermögensverwalter T. Rowe Price.

Sugas Umfragewerte schwächelten zuletzt aufgrund des verzögerten Impfprogramms und der Entscheidung, die Olympischen Spiele abzuhalten, deutlich. Hier dürfte es einige Unsicherheit geben, doch die LDP (die Partei von Abe und Suga) behält weiterhin in Kontrolle, während die Opposition von Uneinigkeit geprägt ist.

Die öffentliche Unterstützung für die von uns als wünschenswert betrachteten und früher als "Abenomics" bezeichneten Reformen ist nach wie vor groß - Japan ist immer noch bereit für die erforderlichen Strukturreformen, selbst falls Suga aus dem Amt ausscheiden sollte. Wir glauben, dass der japanische Markt noch viel Potenzial nach oben besitzt und im Zuge fortschreitender Impfprogramme (hier hat Japan noch Nachholbedarf) wieder anziehen wird. Das Zögern bei der Impfung sehen wir nur als kurzfristiges Problem. Das Tempo der Bereitstellung von Impfstoffen hat sich beschleunigt, weshalb wir glauben, dass Japan bereits im September eine höhere Impfquote als die USA aufweisen wird.

Japan ist eng mit der Weltwirtschaft gekoppelt

Mittelfristig stufen wir Japan als einen der offensten und zyklischsten Märkte, wenn nicht sogar als den offensten und zyklischsten Markt der Welt ein. Er ist eng an die Weltwirtschaft gekoppelt - wenn sich die Wirtschaft weiterhin von der Pandemie erholt, werden Japans Unternehmen von dieser Erholung stärker profitieren als andere Regionen und Märkte. Die Skepsis gegenüber einer Verbesserung der Corporate Governance bleibt allerdings bestehen, aber wir bleiben weiterhin optimistisch, dass es hier weitere Verbesserungen geben wird. Mit diesen sollten auch die Renditen steigen und ausländische Investoren (die derzeit untergewichtet sind) wieder stärker angezogen werden.

Aus Portfolioperspektive stimmen uns die Möglichkeiten in Japans digitalem Bereich sehr positiv. Japan ist weltweit führend in der Produktion, hinkt aber bei digitalen Technologie bedauerlicherweise noch hinterher. Die japanische Regierung hat dies erkannt und will hier aufholen. Wir haben eine Reihe von Unternehmen identifiziert und in sie investiert, die von dieser bedeutenden Chance profitieren werden.