Meldungen | Volkswirtschaft
13.09.2021

Wird die EZB drosseln?

EZB-Präsidentin Christine Lagarde kündigte mittels semantischem Orakeln eine gewisse Reduzierung der Anleihekäufe im Rahmen des PEPP an, sagt Mark Dowding, Chief Investment Officer bei Blue Bay Asset Management. Was wird im Dezember geschehen?

Mark Dowding, Blue Bay AM

Mark Dowding, Blue Bay AM

Blue Bay AM

Während die Inflationssorgen weltweit zunehmen, steht auf beiden Seiten des Atlantiks weiterhin die Frage nach dem Beginn des Tapering im Mittelpunkt, konstatiert Mark Dowding, Chief Investment Officer bei Blue Bay Asset Management, in seinem Marktkommentar und meint, in den USA werden die Demokraten versuchen, ihr 3,5 Billionen US-Dollar schweres Ausgabenprogramm zu verabschieden.

Weil ein Konsens innerhalb der Partei jedoch nicht selbstverständlich sein dürfte, ist noch nicht absehbar, wie das endgültige Paket aussehen wird.

Auf der ersten EZB-Sitzung nach der Sommerpause kündigte Präsidentin Christine Lagarde eine Reduzierung der Anleihekäufe im Rahmen des PEPP an, was im Einklang mit den Äußerungen des Chefvolkswirts der EZB Phillip Lane vom Ende des vergangenen Monats steht. Lagarde war bemüht zu betonen, dass es sich um kein Tapering, sondern um eine Rekalibrierung des Stimulus handele – aber diese Wortwahl ist wohl eher als eine semantische Spitzfindigkeit anzusehen.

Prognosen angehoben

Da die EZB ihre Wirtschaftsprognosen für 2022 und darüber hinaus angehoben hat, scheint der Höhepunkt der lockeren Geldpolitik überschritten zu sein. Wir bleiben gespannt: Welche Entscheidung wird die EZB auf der nächsten vierteljährlichen Sitzung im Dezember zu ihrem auslaufenden Pandemiekaufprogramm PEPP treffen?

Mit Blick auf die Zukunft kann die EU-Wirtschaft von der Bereitstellung der EU-Fonds der nächsten Generation profitieren. Fiskalische Anreize werden das Wachstum unterstützen, auch wenn die Geldpolitik in den Hintergrund tritt. Die Aussichten für die Eurozone bleiben daher weitgehend konstruktiv.