Inhalt | Print-Ausgabe 02/2018
04.07.2018

Grüne Anleihefelder nachhaltig und ertragreich erschließen

Weltweit wächst der Markt an Green Bonds. Nachhaltige Rentenfonds nutzen diese zusätzliche Ertragsquelle und bieten Anlegern interessante Anlageoptionen. Nur jene Fonds, die vor allem in Staatsanleihen investieren, geben wenig Anlass zur Freude.

von Kay Schelauske

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Starkes Wachstum bei Green Bonds: 2017 stieg das globale Emissionsvolumen um 78 Prozent auf 155,5 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben der Climate Bonds Initiative setzt sich damit der im Jahr zuvor begonnene Wachstumstrend noch stärker fort. Gut die Hälfte der Neuemissionen stammt aus drei Ländern: an erster Stelle die USA, dank der Herausgabe von hypothekenbesicherten Anleihen, sogenannten Mortgage-Backed Securities (MBS), durch die US-Agentur Fannie Mae in Höhe von fast 25 Milliarden US-Dollar; gefolgt von China und Frankreich. Dort waren Banken bzw. Regierungen und öffentliche Institute tonangebend bei der Herausgabe der Wertpapiere. Zehn Staaten sind hier erstmals aktiv: Fiji, Malaysia, Argentinien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Litauen, die Schweiz und mit Nigeria die erste Nation Afrikas, deren Regierung einen "Green Bond" herausgab.

Was wird mit diesen „grünen Anleihen“ finanziert? In jedem dritten Fall sind es Erneuerbare Energien, die damit den größten Teil des Emissionsvolumens auf sich vereinen. Das könnte sich aber schon in diesem Jahr ändern. Denn CO2-arme Gebäude und Energieeffizienz-Themen gewinnen zusehends an Bedeutung. Zumindest volumenseitig gilt dies auch für den Bereich „clean transport“. Der vierte größere Sektor ist die nachhaltige Wasserwirtschaft. Das Resümee der Organisation fällt eindeutig aus: „Wir erwarten, dass sich dieser Wachstumstrend im Jahr 2018 fortsetzen wird.“

Diese Aktivitäten dürften nachhaltig ausgerichtete Fondsanleger erfreuen: Das zunehmende Marktvolumen bei Green Bonds erweitert die Anlagemöglichkeiten entsprechend fokussierter Rentenfonds. Gleichzeitig bieten die Fonds Anlegern weiterhin vielfältige Optionen, ihr investiertes Kapital ökologisch, sozial und ethisch korrekt handelnden Staaten, Unternehmen und Einrichtungen bereitzustellen. Nur die Rahmenbedingungen an den Anleihemärkten passen da nicht ins Bild. Staatsanleihen mit Investmentgrade-Status sind längst kein Selbstgänger mehr. Die Märkte sind deutlich volatiler geworden. Erträge lassen sich nicht mehr im Vorbeigehen erzielen. Mehr als gut ein Prozent Wertzuwachs pro Jahr war für Fondsanleger, laut dem aktuellen Fonds-Ranking von Mountain-View Data, in den zurückliegenden drei Jahren hier nicht zu holen. Folglich lohnt es sich, den Blick auf andere nachhaltige Anleihesegmente zu werfen.


Tabelle: Die Best-Performer unter den grünen Anleihefonds

Alexis Foret rechnet zwar auch für die kommenden zwölf Monate damit, dass das synchrone Wirtschaftswachstum anhalten und Kreditaufschläge begünstigen wird. Dagegen stehe aber die Erwartungshaltung gegenüber den Zentralbanken, dass sie ihre Geldpolitik allmählich normalisieren und ihre Maßnahmen zur quantitativen Lockerung sukzessive zurückfahren. „Da diese potenziell widersprüchlichen Aussagen Konsequenzen auf die Performance von Unternehmensanleihen haben könnten, erwarten wir eine Rückkehr zu höherer Volatilität und größere Unterschiede innerhalb der Risikostufen“, resümiert der Manager des „Edmond de Rothschild Euro Sustainable Credit C“. Dieser Gemengelage versucht das Management gerecht zu werden. Aktuell führt der Rentenfonds das Ranking im Segment der Unternehmensanleihen-Fonds an.

Auffallend ist, dass mit gut einem Drittel am stärksten in Frankreich investiert wird, das nach Meinung des Fondsmanagements das breiteste Spektrum an investierbaren Branchen- und Firmenprofilen bietet. Weitere rund 20 Prozent der Portfolio-Titel wurden in den USA und Großbritannien begeben. „Wir finden die USA auch attraktiv, weil wir dadurch zeitgleich Zugang zu global agierenden Unternehmen und zu rein US-orientierten Firmen aus dem BB-Rating-Bereich erhalten. Die letzteren neigen dazu, höhere Renditen anzubieten als die typischen hochverzinslichen Crossover-Emittenten“, erläutert Foret. Außerdem verspricht er sich viel von Investments in nachrangigen Anleihen des Finanzsektors. Insgesamt setzt das Management auf eine breite Streuung sowohl im Hinblick auf die Duration der Wertpapiere als auch der Emittenten-Ratings, wobei jeder zweite Corporate Bond über ein BBB-Rating verfügt. „Im Investment Grade-Universum erwarten wir Erträge zwischen null und einem Prozent, während unser Fonds eine höhere Rendite bei zwei bis drei Prozent erzielen sollte“, sagt der Fondsmanager.

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