Inhalt | Print-Ausgabe 01/2019
11.04.2019

Klimaschonend und kostengünstig investieren

Was haben ein Eisenbahn-Unternehmen, Software-Entwickler, Windturbinen-Hersteller und eine Fast-Food-Kette gemeinsam? Ihre Geschäftsmodelle schonen das Klima und schaffen so Mehrwerte. Fondsanlegern eröffnet dies mittelfristig Ertragschancen.

von Kay Schelauske

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Weltweit stellen Umweltrisiken die größten Gefahren für die Menschheit dar, allen voran extreme Wettereignisse und Naturkatastrophen. Erschütternde Reportagen aus den betroffenen Regionen zeigen uns dies ebenso wie der aktuelle Gefahrenbericht des World Economic Forums. So waren gewaltige Hurrikans, extreme Temperaturen und steigende Kohlendioxidemissionen charakteristisch für das vergangene Jahr. „Der Schaden unseres Handelns wird zunehmend sichtbarer. Die Biodiversität geht durch gehäuftes Arten-sterben zurück, die Landwirtschaft steht unter Druck und die Luft- bzw. Wasserverschmutzung bedroht zunehmen die Gesundheit der Menschen“, schreiben die Verfasser des Berichts. In Europa scheint die Wirtschaft die Klimarisiken verstärkt ernst zu nehmen. Dies zeigt eine Untersuchung des früheren Carbon Disclosure Projekts CDP, einer gemeinnützigen Plattform für Umweltoffenlegungen: Fast jedes zweite Unternehmen belohnt seine Vorstände, wenn sie Klimathemen managen und ein Viertel setzt finanzielle Anreize, damit bestimmte Ziele erreicht werden, ergab die Umfrage von 850 Unternehmen, die drei Viertel der europäischen Börsenkapitalisierung ausmachen. Den Antworten zufolge wurden 2018 Treibhausgase in einem Umfang der jährlichen Gesamtemissionen Österreichs verringert. Gleichwohl haben laut CDP 53 Prozent der Gesellschaften noch kein Ziel für die Gesamtemissionen festgelegt. Aber: Fast zwei Drittel der Unternehmen erwarten in der Zukunft eine höhere Nachfrage nach emissionsarmen Gütern, und 90 Prozent sehen wirtschaftliche Chancen im Klimawandel.

 

 



Unterschätzte Mehrwerte

„Technologien zur Begrenzung von Kohlendioxid (CO2)-Emissionen sind erforderlich, um langfristig Kostenvorteile zu erzielen“, sagt Simon Webber, der zusammen mit seinem Team den „Schroder ISF Global Climate Chance Equity“ managt. Deshalb liege ein Fokus darauf, das Kostensenkungspotenzial technologischer Verfahren zu verstehen, zu erkennen und bei der künftigen Bewertung der Ertragskraft von Unternehmen einzubeziehen. Dies eröffne eine Gelegenheit, Mehrwerte zu generieren, die „vom Markt häufig unterschätzt wird“. „In erster Linie wird der Fonds daher nur in Unternehmen investieren, bei denen die Trends des Klimawandels langfristig einen wesentlichen positiven Einfluss auf die Geschäftsaussichten haben“, sagt Webber. Zweitens müssen die Wachstumsaussichten positiver ausfallen als die des Gesamtmarktes. Diese „positive Wachstumslücke“ sei der Haupttreiber für die Aktienkursentwicklung. Auf die Nachfrage, welchen Anteil die klimarelevanten Aktivitäten am Gesamtumsatz/Gesamtgeschäft des Unternehmens haben müssen, betont Webber, dass der Anteil „signifikant“ sein müsse. Für den Fondsmanager ist dies bei einem Anteil von zehn Prozent der Fall. Webber gibt aber zu bedenken, dass solche Schwellenwerte stets subjektiv zu betrachten sind und betont: „Sobald sich Veränderungen in der Gesetzgebung und Regulierung sowie beim Verhalten von Unternehmen und Verbrauchern beschleunigen, werden Gesellschaften, die die Risiken aus dem Klimawandel erkannt haben, hervorragend positioniert sein, um besser als die Märkte zu performen.“

„Wir haben hierfür keine fixe Schwelle definiert. Entscheidend ist, dass Unternehmen bereits auf Dienstleistungs- bzw. Produktebene einen wesentlichen positiven Beitrag für die Umwelt bzw. Gesellschaft leisten“, äußert sich Alexander Funk ähnlich. Denn diese Aktivitäten können vielfältig und auf den ersten Blick erklärungsbedürftig sein. Der Managing Director der Ökoworld Lux und SeniorPortfolio Manager des „Ökoworld Klima“ veranschaulicht dies am Beispiel von amerikanischen Fast-Food-Ketten: So ist der Fonds nicht in McDonalds investiert, wohl aber in Chipotle Mexican Grill. Wie passt das zusammen? „Letztere verwendet nur Biolebensmittel aus regionaler Produktion, was den Ressourcenverbrauch zugunsten des Klimas niedrig hält."

 

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