Inhalt | Print-Ausgabe 03/2019
17.10.2019

Mehrerträge mit positiver Wirkung

John William Olsen, Fondsmanager des M&G (Lux) Positive Impact Fund erklärt im Interviw, wie er in sechs Impact-Bereiche investiert, die Wirkung der Unternehmen misst und welche Chancen sich daraus für Anleger eröffnen.

John William Olsen, Fondsmanager M&G

John William Olsen, Fondsmanager M&G

Foto: M&G

FONDS exklusiv: Worin unterscheidet sich der Fonds von anderen M&G-Fonds?

John William Olsen: Zusätzlich zu den wettbewerbsfähigen Anlagerenditen strebt der Fonds eine positive Wirkung auf die Gesellschaft an, indem er ausschließlich in nachhaltige, qualitativ hochwertige und wirkungsvolle Unternehmen investiert. Beide Ziele sind für uns gleichrangig. Hierfür greift der Fonds das Rahmenwerk für nachhaltige Entwicklung auf, das auch als nachhaltige Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, kurz SDGs, bekannt ist. Jede Investition des Positive Impact Fund wird mit einem der 17 SDGs abgeglichen.

FONDS exklusiv: Was heißt das konkret? Wie messen Sie die Wirkung der Unternehmen?

J.W.O.: Die Messbarkeit ist einer der zentralen Grundsätze des Impact Investing und gleichzeitig einer der anspruchsvollsten Aspekte, insbesondere bei börsennotierten Aktien. Bei der Bewertung der Wirkung eines Unternehmens untersuchen wir zunächst alle negativen Auswirkungen, die mit seinem positiven Fußabdruck verrechnet werden müssen. Wir stellen sicher, dass der größte Teil der Einnahmen aus Produkten und Dienstleistungen generiert wird, die einen positiven Impact haben und definieren einen individuell angemessenen Wirkungsindikator: Dies kann beispielsweise die Anzahl der behandelten oder erreichten Menschen im Gesundheitswesen oder der Umfang der eingesparten CO2-Emissionen für einen Produzenten erneuerbarer Energien sein. Zu guter Letzt gleichen wir jedes Unternehmen mit dem primären SDG ab, das es adressiert.

FONDS exklusiv: Sind die Ergebnisse maßgeblich für die Aktienauswahl?

J.W.O.: Ja, unser Ansatz für die Impact-Messung ist in der Impact-Säule unseres „Drei-I-Rahmenwerks“ enthalten. Mit dieser „III“-Analyse, die Investmentqualität, Intentionalität und Impact umfasst, können wir feststellen, ob sich ein Unternehmen für unsere Beobachtungsliste und letztlich für den Fonds eignet. Hierfür bewertet das Positive-Impact-Team intern die Unternehmen nach diesen „III“-Kriterien.

FONDS exklusiv: Bevorzugen Sie bei der Ausrichtung des Fondsportfolios bestimmte Branchen, Themen oder Unternehmensarten?

J.W.O.: Der Fonds konzentriert sich auf sechs Impact-Bereiche: Klimaschutz, Umweltlösungen, Kreislaufwirtschaft, bessere Gesundheit zur Rettung von Leben, bessere Arbeit und Bildung sowie soziale Integration. Innerhalb dieser Bereiche investiert der Fonds in drei Arten von Impact-Unternehmen: Pioniere, Wegbereiter und Marktführer, was für zusätzliche Diversifizierung sorgt.

FONDS exklusiv: Was wäre da ein Beispiel aus dem Fonds?

J.W.O.: Ein Beispiel für einen Pioniers ist ALK Abello, das Unternehmen ist weltweit führend in der Behandlung von Allergien im Zusammenhang mit Gras-, Baum- und Hausstaubmilben und gilt als Vorreiter bei der Immuntherapie in Tablettenform. Da Hausstaubmilbenallergien zunehmend mit der Verbreitung von Asthma bei Kindern in Verbindung gebracht werden, könnten die Therapien den 6,5 Millionen betroffenen Kindern helfen. Alle Einnahmen von ALK Abello stammen aus der Allergiebehandlung, sodass das Unternehmen direkt zum Ziel des SDG 3 beiträgt.

 

FONDS exklusiv: Können die Anleger neben den positiven Auswirkungen auch mit einem finanziellen Mehrwert im Vergleich zu breiten Marktindizes rechnen?

J.W.O.: Ja, die Stärke von Impact Investing liegt in seiner Fähigkeit, sowohl positive soziale oder ökologische Auswirkungen als auch einen finanziellen Ertrag zu erzielen. Aus diesem Grund wurde der Fonds mit der klaren doppelten Zielsetzung aufgelegt, die Benchmark über einen Zeitraum von fünf Jahren zu übertreffen und nachweislich positive Auswirkungen auf die Gesellschaft und/oder die Umwelt zu erzielen. Wir meinen, dass Unternehmen, die innovative und nachhaltige Lösungen für die akuten ökologischen und sozialen Probleme unserer Welt anbieten, erhebliche Wachstumschancen haben. Und Impact Investing ermöglicht einen direkten Zugang zu diesen Firmen.

 

 

Lesen Sie zum dem Thema auch unseren Überblicks-Artikel aus der Printausgabe 03/2019!