Inhalt | Printausgabe 1 / 2022
05.05.2022

Vom demographischen Wandel vielfältig profitieren

Die Weltbevölkerung wächst und wird dank fortschrittlicher Medizin immer älter. Das eröffnet Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen vielversprechende Chancen. Top-Fondsexperten geben Einblicke, worauf es bei der Portfoliozusammensetzung ankommt.

von Raja Korinek

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Die Prognosen der Vereinten Nationen sprechen eine deutliche Sprache: Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung um zwei auf gut 9,7 Milliarden anwachsen. Das wäre im Vergleich zu den 1990er Jahren zugleich eine Verdoppelung, wie die Graphik auf der nächsten Seite zeigt. Auch geographisch gibt es interessante Entwicklungen: Knapp 60 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Asien, während das größte Wachstum am afrikanischen Kontinent stattfindet.

Allerdings nimmt die Weltbevölkerung nicht nur stetig zu, sondern altert auch zunehmend. In den kommenden drei Dekaden wird sich die Population der über 60-Jährigen auf zwei Milliarden Menschen verdoppeln, verweist Olivier Cassé, Portfoliomanager bei Sycomore AM und Co-Manager des Fonds GIS SRI Ageing Population der Generali Investments, auf weitere Statistiken der Vereinten Nationen. „Das Wachstum in dieser Bevölkerungsschicht ist weitaus schneller als jenes der Gesamtbevölkerung“, so Cassé.

Bevölkerung altert in vielen Ländern schneller

Ein Grund für diese Entwicklung ist die zunehmend fortschrittliche Medizin. Sie bietet immer mehr Lösungsansätze für Krankheiten, die vor allem ältere Menschen betreffen. „Auch die sinkende Geburtenrate führt dazu, dass die Bevölkerung in vielen Ländern schneller altert, als es früher der Fall war“, ergänzt Eric Labbé, Senior Thematic Equity Portfolio Manager bei der französischen Amundi-Tochter CPR. Die Folgen sind weltweit sichtbar, konstatiert Labbé und sagt: „Aufgrund dieses demographischen Trends hat sich ein ganzes wirtschaftliches Ökosystem gebildet.“ Obendrein verfügen viele Senioren über beachtliche Ersparnisse, die sie in ihrer reichlich vorhandenen Freizeit sinnvoll ausgeben wollen.

All solche Entwicklungen bei den Senioren treffen vor allem auf Europa zu, ergänzt Cassé von Generali Investments. „In der Region sind bereits gut 26 Prozent der Bevölkerung zumindest 60 Jahre alt.“ In Nordamerika sind es rund 23 Prozent, in Asien 13 Prozent und in Afrika sogar noch weniger. „Folglich haben insbesondere europäische Unternehmen sich an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst“, betont Cassé. Aus diesem Grund investiert der GIS-Fonds zumindest 90 Prozent des Vermögens in Europa. Im Fokusstehen Bereiche wie die Gesundheit, ein würdevolles Altern, die Vermögensanlage mit Fokus auf die Rente, aber auch ein Konsumangebot, das sich speziell an ältere Menschen richtet.

Zusätzlich müssen die ausgewählten Titel strengen Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Dazu zählen etwa Ausschlusskriterien wie zum Beispiel Waffenproduzenten, Verursacher schwerer Umweltzerstörungen oder Firmen, denen Menschenrechtsverletzungen und Korruption nachgewiesen werden kann.

Gesundheitssektor vorne

Ein Blick auf die Sektoraufteilung verdeutlicht die Investmentphilosophie: Fast 30 Prozent des Fondsvermögens entfallen auf den Gesundheitssektor, gefolgt von der Finanzbranche. Dazu zählt etwa die Schweizer Roche, die unter anderem stark im Bereich der Onkologie verankert ist. Auch das Diabetesmanagement ist ein Teilbereich von Roche, wobei die Altersdiabetes ein zunehmendes Thema weltweit ist. Freilich, die Corona-Pandemie verpasste dem globalen Gesundheitssektor kurzfristig zusätzlichen Rückenwind. Langfristig sind die weltweit steigenden Gesundheitsausgaben eine wichtige Stütze. Sie sind dabei laut OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in den USA am höchsten. Dort liegen die Pro-Kopf-Ausgaben bei knapp weniger als 11.000 US-Dollar. Deutschland und Österreich liegen im internationalen Vergleich ebenfalls weit vorne (siehe die Graphik unten).

Doch auch die Finanzwerte Legal & General aus Großbritannien sowie der französische Versicherungsriese Axa zählen zu den größten Positionen im Generali-Fonds. Cassé meint, solche Unternehmen bieten unter anderem interessante Pensionslösungen an.

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