Ungeachtet der unberechenbaren Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump und seinen fortgesetzten Affronts gegenüber internationalen Partnern performten die US-Aktienmärkte im Jahr 2025 sehr stark mit Zuwächsen zwischen 13 und 20 Prozent bei den wichtigsten Indices. Nun stellt sich die Frage, ob sich die US-Märkte auch im Jahr 2026 ähnlich robust zeigen werden. Dazu werfen die Experten des Steiermärkische Sparkasse Private Banking einen Blick auf jene Faktoren, die heuer voraussichtlich maßgeblich das Börsengeschehen in den USA beeinflussen werden.
WER FOLGT POWELL NACH?
Zunächst wird 2026 stark von der Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve geprägt sein. Erwartungen gehen dahin, dass die Fed möglicherweise die Zinssätze stabil hält oder schrittweise senkt – in der Regel reagieren Aktien darauf positiv. Eine höher als erwartete Inflation oder ein schwächerer Arbeitsmarkt könnten Zinsanpassungen allerdings verzögern, was den Entwicklungen der Aktienkurse abträglich sein könnte. Zudem sind alle Augen darauf gerichtet, wen Trump zum Nachfolger von Notenbankchef Jerome Powell bestimmen wird. Dessen Amtszeit endet im Mai 2026.
Als Favoriten für diese bedeutende Position gelten einige erfahrene Ökonomen und Finanzexperten mit politischem Hintergrund, darunter Kevin Hassett, Chris Waller, Michelle Bowman, Kevin Warsh sowie Wall-Street-Profi Rick Rieder. Alle stehen grundsätzlich für eine traditionelle Geldpolitik, haben sich zuletzt jedoch auffallend Trump-nah positioniert. Dass sich Trump eine lockere Geldpolitik wünscht, ist kein Geheimnis und hat in den letzten Monaten immer wieder für Kraftproben zwischen ihm und Powell geführt. Ein Ende der Unabhängigkeit der Fed ist aber aus heutiger Sicht unwahrscheinlich. Grund dafür sind starke institutionelle Schutzmechanismen und fachlich qualifizierte Kandidat:innen für Führungspositionen.
FISKALPAKETE
Darüber hinaus könnten Fiskalpakete und staatliche Stimulierungen den Konsum und Investitionen anregen, was einen positiven Effekt auf Aktien haben könnte. Auch eine solide Entwicklung der Gewinne börsennotierter Unternehmen würde die Märkte weiterhin stützen. Dem stehen „teure“ Bewertungen gegenüber, die bei verlangsamten Gewinnwachstum eine Korrektur auslösen könnten. Ebenso würden eine aggressive Handels- und Zollpolitik oder politische Unsicherheiten Risiken für die Märkte und die globale Nachfrage bedeuten.
Die Performance des US-Marktes wird zusätzlich stark vom Fortbestand der AI-Wachstumsstory abhängen. Die Investitionen in Künstliche Intelligenz, der starke Fokus auf Innovation sowie das Gewinnwachstum der AI-Unternehmen bleiben zentrales Thema. Schon seit geraumer Zeit warnen aber Experten, dass sich eine Blase – ähnlich der Dotcom-Blase der 2000er Jahre – aufbauen könnte. Ein Platzen könnte den Markt hart treffen.
MIDTERMS
Nicht zuletzt ist das Jahr 2026 in den USA wieder ein Wahljahr. Bei den so genannten Midterm-Wahlen im November werden im Kongress das Repräsentantenhaus und der Senat gewählt. Beide Kammern vertreten die Legislative und sind daher entscheidend für Trumps politischen Handlungsspielraum. Wenn die Republikaner unter Trump – wie vielerorts erwartet – Mandate verlieren, droht eine zunehmende politische Spaltung, was die Finanzmärkte gewiss genau beobachten werden.
Fazit: Die gute Performance der US-Märkte in den vergangenen Jahren ist keine Polizze für die Zukunft. 2026 wird ein abwechslungsreiches Jahr und Gelassenheit sollte das oberste Gebot für Investoren am US-Aktienmarkt sein. Eine breite und globale Diversifikation reduziert Risiken im Portfolio.

